„Spooky Paradise“: Alles ist Zeichen, nichts ist Ziel
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„Spooky Paradise“ : Alles ist Zeichen, nichts ist ZielVon Simon Strauß05.05.2026, 14:31Lesezeit: 3 Min.Bildbeschreibung ausklappenSind wir hier bei den Dreharbeiten zu Jack Arnolds legendärem „Tarantula“ Film? Philippe Quesnes „Spooky Paradise“ ist ein leerlaufendes Drama.Martin ArgyrogloTraurige Trope und ein ebensolcher Theaterabend, bei dem man nicht stören will: Philippe Quesnes „Spooky Paradise“ mit Martin Wuttke an der Berliner Volksbühne. Anhören Merken TeilenVerschenkenDrucken Zur App Schöne Idee eigentlich: aus der Stimmung des letzten Fellini-Films heraus einen Theaterabend zu gestalten. Sich die atmosphärische Unwirklichkeit von „Intervista“ zum Vorbild zu nehmen, um realitätsferne Bilder auf die Bühne zu bringen. Jene Verschwommenheit und Zauberhaftigkeit, die diesen halb dokumentarischen, halb autobiografischen Film aus dem Jahr 1987 auszeichnet. Unvergesslich die Szene, in der Fellini zusammen mit Marcello Mastroianni die in die Jahre gekommene Anita Ekberg besucht, um sich gemeinsam an die ikonische Brunnen-Szenen aus „La Dolce Vita“ zu erinnern. Unvergesslich auch der Beginn des Films, in dem ein japanisches Fernsehteam in den Cinecittà-Studios eintrifft wie eine Delegation von einem anderen Stern, um den Starregisseur bei der Vorbereitung von Sets und der Suche nach Drehorten zu begleiten. Diese Anfangsszene hat der französische Theatermacher Philippe Quesne zum Hintergrund einer nebulösen Inszenierung gewählt, die mit dem Titel „Spooky Paradise“ fehlerhaft überschrieben ist. Denn in Wirklichkeit ist das, was wir an diesem zweistündigen Abend in der Berliner Volksbühne erleben, weder gruselig noch paradiesisch, sondern nur falsch traurig.Schnell ermüdend und langweilig„Traurige Tropen“, so hieß einmal ein eindrucksvolles Buch von Claude Lévi-Strauss über seine ethnologischen Erkundungsreisen ins Innere von Brasilien. Mit „Tropen“ war hier zuerst die Klimazone gemeint; man konnte aber auch auf die Idee kommen, das gleichnamige sprachliche Stilmittel...




