Peter Gordon über Benjamin: Folge der Spur des Wassers
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Peter Gordon über Benjamin : Folge der Spur des WassersVon Malte Spitz02.06.2026, 15:55Lesezeit: 4 Min.Bildbeschreibung ausklappenWalter Benjamin (rechts), Jean Selz, Paul René Gaugin und der Fischer Tomàs Varó in San Antonio, Ibiza, 1932Akademie der Künste, BerlinIm Aquarienlicht der Pariser Passagen: Der amerikanische Philosophiehistoriker Peter E. Gordon legt eine knapp gehaltene Biographie Walter Benjamins vor. Anhören Merken TeilenVerschenkenDrucken Zur App Ein mysteriöses Tier faszinierte den jungen Walter Benjamin besonders, wenn er den Berliner Zoologischen Garten besuchte: der Fischotter. Umgeben von einer künstlichen Grotte schwamm dieser in seinem dunklen Bassin und kam nur selten an die Oberfläche: „Gelang es endlich, war es sicher nur für einen Nu, denn augenblicklich war der gleißende Insasse der Zisterne wieder von Neuem in der nassen Nacht verschwunden.“Benjamin erinnert diese Szene in der „Berliner Kindheit um Neunzehnhundert“, und Peter E. Gordon stellt sie jetzt an den Anfang seiner Biographie. „Wenn ich in sein Wasser blickte, war mir immer, als stürze Regen in alle Gullis der Stadt, nur um in dieses Becken zu münden und sein Tier zu speisen“, heißt es weiter in Benjamins autobiographischer Skizze. F.A.Z.-Artikel häufiger in Ihren Suchergebnissen sehen F.A.Z. bei Google bevorzugen Die Symbolik des Wassers als LeitmotivGordon interessiert weniger die Melancholie der Szene, vielmehr ist es Benjamins unverwechselbare Schreibweise: die Neigung, nahezu alles zur Metapher werden zu lassen, deren Schlüssel nur der Autor selbst zu besitzen scheint. Verborgene Durchgänge führen zu versunkenen Schätzen, die als kostbare Entdeckungen präsentiert werden. Für Hannah Arendt glich Benjamin durch diese Eigenart einem „Perlentaucher“. Der im Abwasser Berlins tauchende Fischotter ist sein animal symbolicum.Peter E. Gordon: „Walter Benjamin“Yale University PressIn „The Pearl Diver“ folgt Gordon demselben Impuls wie in seiner 2023 unter dem Titel „Prekäres Glück“ ve...



