John Waters zum Achtzigsten: Wenn’s nach Kunst riecht, rümpft man nicht die Nase
•John Waters zum Achtzigsten : Wenn’s nach Kunst riecht, rümpft man nicht die NaseVon Maria Wiesner22.04.2026, 07:31Lesezeit: 3 Min.Bildbeschreibung ausklappenVorsicht, der provoziert gern: John Waters...
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•John Waters hat sich seit den Siebzigerjahren der Erforschung dieser Frage gewidmet – und für das Ausleuchten der ekelhaften Urtriebe der Menschheit einen starken Scheinwerfer verwendet.
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John Waters zum Achtzigsten : Wenn’s nach Kunst riecht, rümpft man nicht die NaseVon Maria Wiesner22.04.2026, 07:31Lesezeit: 3 Min.Bildbeschreibung ausklappenVorsicht, der provoziert gern: John Waters zu Hause in BaltimoreLaifVom Kirchenkeller übers Minikino in den Kanon: Zum Achtzigsten des provokanten Filmregisseurs John Waters. Anhören Merken TeilenVerschenkenDrucken Zur App Kann Kunst eine Wahrheit aufzeigen, wenn sie nicht auf mehrheitsfähige Schönheit setzt? John Waters hat sich seit den Siebzigerjahren der Erforschung dieser Frage gewidmet – und für das Ausleuchten der ekelhaften Urtriebe der Menschheit einen starken Scheinwerfer verwendet. „Pink Flamingos“ (1972) etwa folgt der kriminellen Dragqueen Divine, die unbedingt den Titel als „dreckigste Person der Welt“ behalten will, den ihr die Klatschpresse verpasst hat. Ein Drogendealer-Pärchen, das nebenbei mit Babys handelt, will ihr den Ruf streitig machen. Die Situation eskaliert. Sex kommt vor – auch sehr explizit. Ebenso Gewalt, Kannibalismus und so einige andere Unappetitlichkeiten.Waters begibt sich nicht in Grauzonen, er geht mit großen Schritten weit über die Grenzen des guten Geschmacks hinaus, um „den guten schlechten Geschmack“ zu finden, wie er es ausdrückt. Reiner Trash liegt ihm fern – vielmehr geht es um eine Provokation, die von vornherein jene Zuschauer fernhalten sollte, deren Kulturverständnis alles Ernstzunehmende am liebsten ins Museum schieben will.„Schönheit ist, was man nie wieder vergisst“Geboren 1946 in einer gut situierten katholischen Familie, wuchs Waters in einem Vorort von Baltimore auf. Seine spätere Muse Divine (für die Filme behielt er einfach den Namen bei) lernte er in der Nachbarschaft kennen. Über diesen Star sagte er später gegenüber David Letterman in dessen Late-Night-Show: „Für mich ist Schönheit etwas, das man sieht und nie wieder vergessen kann.“ (Wie unvergesslich Divine durch Waters wurde, zeigt der Disney-Film „Arielle“, für dessen Meerhexe Ursula die Dragqueen a...المصدر: FAZ | Source: FAZ
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