Wildes Griechenland: Was der Mensch zum Leben braucht
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Wildes Griechenland : Was der Mensch zum Leben brauchtVon Richard Fraunberger29.05.2026, 20:29Lesezeit: 8 Min.Bildbeschreibung ausklappenKühles Refugium vor den brüllend heißen Sommern Griechenlands: das Dorf PolydrosoRichard FraunbergerDer Parnon ist ein wildes Gebirge auf dem Peloponnes. Rückzugsort von Schurken, Geburtsort von Milliardären – und auch sonst ein Ort voller ungewöhnlicher Geschichten.Zusammenfassung Anhören Merken TeilenVerschenkenDrucken Zur App Es ist nicht leicht, das Haus von Jorgos Trimis zu finden. So zurückgezogen lebte er, als wollte er nicht gefunden werden, als sollte sein Leben, das Stoff für einen dicken Abenteueroman bietet, im Verborgenen bleiben. Es ist 1949 und der griechische Bürgerkrieg gerade zu Ende gegangen, als Jorgos Trimis, ein schmächtiger, 25 Jahre alter Mann, getrieben von Abenteuerlust und Rastlosigkeit, ein Schiff in Richtung Lagos in Nigeria besteigt. Er findet Arbeit bei einer englischen Handelsfirma, reist durch Nigeria, Benin, Togo, durch ganz Westafrika, lebt in Accra, später in Khartum, lernt Suaheli und Amharisch, durchquert die Kalahari, reitet durch die nubische Wüste, begegnet Haile Selassie, dem letzten Kaiser Äthiopiens, und dient ihm als Verwalter. Jorgos Trimis war am Ziel seiner Sehnsucht angekommen: in jener Welt zwischen Kairo und Kapstadt, von der er schon als Junge geträumt hatte.1969 kehrte er zurück nach Griechenland. „Ich hatte mich satt gesehen, hatte mehr erlebt, als ein Leben fassen kann“, sagte Trimis. Im Parnon, unweit von Kosmas, fand er ein verlassenes Kloster, kaufte es samt Grundstück und pflanzte 500 Walnussbäume. Den Parnon verließ er nicht mehr, allenfalls um seine Tochter in Athen zu besuchen. Er lebte in einem Drei-Zimmer-Refugium, ohne Strom und ohne Telefon. Der Kühlschrank war eine vergitterte Ablage am Fenster. Das Wasser schöpfte er aus dem Brunnen. Er sammelte Brennholz, zog im Garten Gemüse, und wenn man ihn fragte, was er vermisse, blickte er aus dem Fenster und sagte heiter: „...





