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USA: Berlin setzt auf US-Präsenz und fordert mehr europäische Verantwortung

سياسة
Der Spiegel
2026/04/30 - 12:10 501 مشاهدة
»Die USA brauchen diese Standorte« Wadephul und Merz reagieren gelassen auf Trumps Truppenabzugsdrohung Trotz neuer Signale aus Washington glaubt die Regierung nicht an einen starken US-Truppenabzug aus Deutschland. Außenminister und Kanzler unterstreichen die Bedeutung der US-Präsenz und fordern mehr europäische Verantwortung. 30.04.2026, 14.10 Uhr Zur Merkliste hinzufügen Artikel anhören (5 Minuten) 5 Min X.com Facebook E-Mail Link kopieren Weitere Optionen zum Teilen X.com Facebook E-Mail Messenger WhatsApp Link kopieren Bild vergrößern Außenminister Johann Wadephul, Kanzler Friedrich Merz: »Die USA brauchen diese Standorte« Foto: Carsten Koall / dpa Die Bundesregierung hat gelassen auf die erneute Drohung von US-Präsident Donald ​Trump mit einem Teilabzug amerikanischer Streitkräfte aus Deutschland reagiert. Im Rahmen der Nato leiste die Bundeswehr »Seite an Seite mit den Vereinigten Staaten von Amerika, Seite an Seite mit den Bündnispartnern ‌in der gesamten Nato« eine Arbeit an strategisch wichtigen Standorten in Deutschland, sagte Kanzler Friedrich Merz bei einem Besuch am Truppenübungsplatz im niedersächsischen Munster. Es sei »ein gutes Zeichen«, dass der kommandierende General der US-Streitkräfte in Europa und Afrika am Dienstag eine gemeinsame Übung in Munster verfolgt habe. »Denn diese Arbeit leisten wir eben Schulter an Schulter zum gegenseitigen Nutzen und in tiefer transatlantischer Verbundenheit«, fügte Merz hinzu. Der Kanzler ging nicht direkt auf die Bemerkung von Trump ein, der am Mittwoch auf seiner Plattform Truth Social geschrieben hatte, ​dass die USA eine mögliche Reduzierung der Truppen prüften. Es werde in Kürze eine Entscheidung getroffen, schrieb Trump. Die Ankündigung kam kurz nach gegenseitiger Kritik zwischen Merz ⁠und Trump. Der Kanzler ⁠hatte den USA Planlosigkeit in dem von ihnen und Israel begonnenen Irankrieg vorgeworfen. Trump hatte daraufhin dem Kanzler vorgeworfen, dieser wolle, dass Iran Atomwaffen besitze. Merz forderte in Munster jedoch, dass der Sanktionsdruck gegen Iran erhöht werden müsse. »Das militärische Nuklearprogramm im Iran muss beendet werden, es darf keine Schläge ‌mehr gegen Israel und die Partner in der Region geben«, sagte er. Auch Bundesaußenminister Johann Wadephul (CDU) hat gelassen auf Berichte über eine mögliche erneute Prüfung eines US-Truppenabzugs aus Deutschland durch Präsident Trump reagiert. Auf die Frage, ob ihn das verunsichere, antwortete Wadephul in der RTL-Sendung »Nachtjournal Spezial« auf seiner Reise in Rabat mit einem kurzen »Nein«. Es werde insgesamt »schon auch eine Verschiebung von Kräften geben«. Die USA hätten bereits früher unter US-Präsident Barack Obama deutlich gemacht, sich stärker auf den pazifischen Raum konzentrieren zu wollen, sagte er. »Wir müssen mehr übernehmen, wir müssen stärkere Schultern herausbilden.« Der europäische Pfeiler der Nato werde deshalb stärker werden, sagte Wadephul. »Das mag jetzt kommen. Das schauen wir uns in aller Ruhe gemeinsam miteinander an.« Auf mögliche Veränderungen bereite sich auch die Bundeswehr vor. Einen Abzug wichtiger US-Standorte aus Deutschland sieht er nicht. »Die USA brauchen diese Standorte«, sagte Wadephul mit Verweis auf Ramstein, Landstuhl und Grafenwöhr. Diese dienten »unserer Sicherheit« ebenso wie der Sicherheit der Vereinigten Staaten. Wadephul verteidigte zudem Merz: Der Kanzler habe »vollkommen richtigerweise im Grunde eine klare Warnung an Iran ausgesprochen«, nun ernsthaft zu verhandeln. »Das war ja die Aussage des Bundeskanzlers. Die war ja richtig, die verteidige ich.« Deutschland und die Bundesregierung stünden dabei »vollkommen geschlossen«. Mehr zum Thema Krieg im Nahen Osten: »NO MORE MR. NICE GUY« – Trump droht Iran. Ölpreis schießt in die Höhe Deutsch-amerikanische Beziehungen: Lange lobte Trump den Kanzler, jetzt schimpft er über ihn Von Paul-Anton Krüger Rückzahlungen von US-Zöllen: Die Kleinen lehnten sich gegen Trump auf, die Großen profitieren jetzt Von Katharina Kort, New York Die Drohung mit einer US-Truppenreduzierung ist ​nicht neu. Schon in der ersten ‌Amtszeit hatte Trump damit mehrfach gedroht. Am Ende erhöhten die USA dann aber die Zahl der Soldaten in Deutschland. Bereits Anfang des Monats hatte ein hochrangiger US-Regierungsvertreter der Nachrichtenagentur Reuters zudem gesagt, Trump habe intern über einen teilweisen Truppenabzug aus Europa diskutiert. Nach Daten des US-Verteidigungsministeriums waren im Dezember ​2025 gut 68.000 amerikanische Soldaten dauerhaft auf europäischen Stützpunkten stationiert. Mehr als die Hälfte davon, ⁠etwa 36.400, befanden sich in Deutschland. Zum Vergleich: Vor ​dem ​Fall der Berliner Mauer und dem Ende des Kalten Krieges 1985 waren es noch 250.000 Soldaten gewesen. fhi/AFP/dpa Startseite Feedback
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