Verhandlungen geplatzt US-Konzerne schlagen im Zollstreit mit Kanada Alarm Der Nachbarschaftsstreit zwischen den USA und Kanada eskaliert, mit unabsehbaren Folgen für Verbraucher und Unternehmen: Mehr als 200 US-Konzerne fordern neue Verhandlungen. Doch nach Deeskalation sieht es nicht aus. 23.08.2026, 05.11 Uhr Zur Merkliste hinzufügen Artikel anhören (5 Minuten) 5 Min X.com Facebook E-Mail Link kopieren Weitere Optionen zum Teilen X.com Facebook E-Mail Messenger WhatsApp Link kopieren SPIEGEL bei Google bevorzugen aufklappen Automatisch erstellt mit KI. Mehr Informationen dazu hier. War die Zusammenfassung hilfreich? Danke für Ihr Feedback! positiv bewerten negativ bewerten Bild vergrößern Donald Trump (l.) und Mark Carney (im September 2025) Foto: Evelyn Hockstein / Reuters / dpa Eigentlich schien eine Einigung schon greifbar. Doch kurz vor einem gütlichen Abschluss sind die Handels- und Zollgespräche zwischen den USA und Kanada völlig aus dem Ruder gelaufen. Nun droht ein neuer Handelskrieg zwischen den nordamerikanischen Nachbarn (mehr dazu hier). Die möglichen Folgen dieser Eskalation alarmieren auch die einflussreiche US-Managervereinigung Business Roundtable. Die Gruppe hat die Regierungen in Washington und Ottawa im Zollstreit zwischen den beiden Nachbarländern zu neuen Gesprächen aufgerufen. Die neuen Zölle drohten die Kosten für US-Unternehmen in die Höhe zu treiben, erklärte die Lobbygruppe, in der die Chefs von rund 200 großen Konzernen zusammengeschlossen sind, am Samstag (Ortszeit). Auch Verbraucher würden getroffen. Nach dem Scheitern der Verhandlungen waren am Samstag neue US-Zölle auf kanadische Produkte in Kraft getreten. Der US-Handelsbeauftragte Jamieson Greer gab das Scheitern der Verhandlungen in der Nacht unmittelbar vor dem Ablauf einer von Präsident Donald Trump gesetzten Frist bekannt. Kanadas Premierminister Mark Carney kündigte Gegenzölle an. Demokratische Abgeordnete und Gouverneure der an Kanada grenzenden US-Bundesstaaten Minnesota, New York und Washington kritisierten den Republikaner Trump scharf für seine Zollpolitik. »Unnötig Streit mit unseren Verbündeten anzufangen und gleichzeitig die Preise hierzulande zu erhöhen – das ist Trumps Wirtschaftspolitik in einem Satz«, schrieb etwa die Gouverneurin von New York, Kathy Hochul, im Onlinedienst X. Needlessly picking fights with our allies and raising prices here at home. That’s Trump’s economic policy in a nutshell. https://t.co/3mdWa6XFXP — Governor Kathy Hochul (@GovKathyHochul) August 22, 2026 Empfohlener externer Inhalt An dieser Stelle finden Sie einen externen Inhalt von X.com, der den Artikel ergänzt und von der Redaktion empfohlen wird. Sie können Ihre Zustimmung jederzeit wieder zurücknehmen. Externen Inhalt anzeigen Ich bin damit einverstanden, dass mir externe Inhalte angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr dazu in unserer Datenschutzerklärung. Deaktivieren Sie Drittanbieter-Inhalte im Privacy-Center Zur Datenschutzerklärung Der eskalierende Zollstreit schürt die Sorge vor einem ausgewachsenen Handelskrieg der Nachbarstaaten. »Sollte Ottawa die Zölle nachziehen und Trump darauf mit einer Eskalation reagieren, würden beide Seiten in eine kostspielige und schädliche Spirale aus Vergeltungsmaßnahmen geraten«, schrieb der Leiter des Center for a New American Security, Richard Fontaine, auf X. Die beiden Länder befänden sich bereits jetzt in einem Handelskrieg. The U.S. and Canada have tipped into trade war. They need to find a way out: 1. As of midnight, the U.S. put 50 percent tariffs on a portion of Canadian imports. PM Carney says the countries are “at war” and that Canada will match US tariffs “dollar for dollar.” The Canadian… — Richard Fontaine (@RHFontaine) August 22, 2026 Empfohlener externer Inhalt An dieser Stelle finden Sie einen externen Inhalt von X.com, der den Artikel ergänzt und von der Redaktion empfohlen wird. Sie können Ihre Zustimmung jederzeit wieder zurücknehmen. Externen Inhalt anzeigen Ich bin damit einverstanden, dass mir externe Inhalte angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr dazu in unserer Datenschutzerklärung. Deaktivieren Sie Drittanbieter-Inhalte im Privacy-Center Zur Datenschutzerklärung Fontaine schrieb weiter, die kanadische Regierung habe mit Blick auf Trumps bisherigen Kurs für sich die Lehre gezogen, mit einer konfrontativeren Haltung besser zu fahren. »Sie sind zu dem Schluss gekommen, dass ein Nachgeben gegenüber der Trump-Regierung nur weitere Forderungen nach sich ziehen würde«, so Fontaine. Europa zog er dafür als Negativbeispiel heran. Verhandlungen kurz vor der Deadline geplatztDer Hintergrund: Nach den geplatzten Zollverhandlungen mit den USA hat Kanadas Premierminister Carney Gegenzölle ab dem 8. September angekündigt – »Dollar für Dollar«. Die Maßnahmen würden sich auf Sektoren wie Stahl, Milchprodukte, landwirtschaftliche Ausrüstung und Elektrogeräte konzentrieren, teilte Carney mit. »Wir können das, was sie angeboten haben, nicht akzeptieren, und wir werden nicht das geben, was sie verlangt haben.« Die USA hatten zuvor angekündigt, einen Zoll von 50 Prozent auf eine Reihe kanadischer Waren im Wert von mehreren Milliarden US-Dollar zu erheben (mehr hier). Die Zölle betreffen unter anderem Wein, Hockeyschläger, Möbel sowie Milchprodukte. Trump hatte noch Mitte der Woche vor Reportern gesagt, beide Seiten hätten sich auf ein Abkommen geeinigt. Stunden später schränkte er dann ein und sagte nur noch, er glaube, man habe eine Einigung. Am Ende scheiterten die Verhandlungen. »Man befindet sich im Krieg, wenn man angegriffen wird – und wir wurden angegriffen.« Kanadas Premier Mark Carney Carney zufolge sollen die USA in letzter Minute Änderungen gefordert haben. Diese hätten unter anderem bedeutet, dass Kanadas Möglichkeiten zum Abschluss von Handelsabkommen mit anderen Ländern eingeschränkt worden wären. Der US-Handelsbeauftragte Greer warf hingegen Kanada vor, die Verhandlungen kurz vor Ablauf der Frist verlassen zu haben. Auf die Frage eines Reporters, ob sich die USA und Kanada in einem Handelskrieg befänden, antwortete Carney: »Man befindet sich im Krieg, wenn man angegriffen wird – und wir wurden angegriffen.« Mehr zum Thema Gescheiterte Zollverhandlungen: Carney macht Washington Vorwürfe – und spricht von einem »Angriff« auf Kanada 2 Min Zur Merkliste hinzufügen 2 Min Zur Merkliste hinzufügen Handelsstreit: Gespräche gescheitert – USA und Kanada verhängen neue Zölle gegeneinander 2 Min Zur Merkliste hinzufügen 2 Min Zur Merkliste hinzufügen Handelsstreit: Trump pausiert Zölle gegen Kanada – und will dafür Öl-Pipeline 2 Min Zur Merkliste hinzufügen 2 Min Zur Merkliste hinzufügen Er habe bereits zuvor gewarnt, dass »Amerika versucht, uns zu brechen«, sagte Carney. Er habe versprochen, dass das niemals passieren werde. »Wir halten dieses Versprechen ein. Kanada wird stärker und unabhängiger von Amerika.« In Kanada findet Carneys harter Kurs laut einer Umfrage Unterstützung: Laut der »New York Times« lehnen 56 Prozent der Bürger weitere Handelszugeständnisse an die USA ab. Zugleich warnen Wirtschaftsvertreter auf beiden Seiten vor steigenden Preisen, weniger Investitionen und einem Verlust an Wettbewerbsfähigkeit in Nordamerika. jok/AFP Startseite Feedback
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