Thomas Hettches Roman „Liebe“: Diesen Romanfiguren droht ein Handyverbot
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Thomas Hettches Roman „Liebe“ : Diesen Romanfiguren droht ein HandyverbotVon Wolfgang Schneider25.05.2026, 13:08Lesezeit: 4 Min.Bildbeschreibung ausklappenGlasaugen im Musterkoffer In der Werkstatt des Glasbläsers Frank Müller-UriPicture AllianceIn seinem Roman „Liebe“ erzählt Thomas Hettche vom Begehren der Senioren. Das kluge Buch steht sich bisweilen mit seiner gespreizten Sprache selbst im Weg. Muss das sein?Zusammenfassung Anhören Merken TeilenVerschenkenDrucken Zur App Als in der Ostseenacht der Scheinwerfer eines Bootes ihre Gesichter erhellt, ist es Liebe auf den ersten Blick. Etwas, das in der Literatur öfter vorkommt; das Spezielle am neuen Roman von Thomas Hettche besteht aber darin, dass Max (von Beruf Ocularist) und Anna („Sachbearbeiterin beim Trilateralen Wattenmeersekretariat“) schon Anfang sechzig sind. Anna ist kinderlos und steckt gewissermaßen fest im Watt ihrer gutbürgerlich-kinderlosen Ehe. Max hat zwei Kinder aus zwei gescheiterten Beziehungen. Diese beiden lebensgeprüften Menschen zu großen Liebenden zu machen, die nun vom Begehren erfasst werden wie von einer Naturgewalt und bei den heimlichen Treffen ihr Glück kaum fassen können – das ist zumindest eine ungewöhnliche Erzählidee.Zudem zielt Hettche mit dem wuchtigen Titel „Liebe“ aufs Grundsätzliche, das in diesem Fall auch philosophisch abgesichert wird. Ein Freund, der mit Max einst Kunst studiert hat, um dann beim städtischen Bauamt unterzukommen, sorgt für den geistigen Überbau, indem er Max ein Reclamheft mit Gedanken des jungen Hegel über die Liebe zuspielt. Wie üblich macht Hegel keine halben Sachen: „Eigentliche Liebe findet nur unter Lebendigen statt, die an Macht sich gleich sind und also durchaus füreinander Lebendige, von keiner Seite gegeneinander Tote sind.“ Genau so!, denkt Max. F.A.Z.-Artikel häufiger in Ihren Suchergebnissen sehen F.A.Z. bei Google bevorzugen Verstolperte SätzeSehr bedeutungsvoll klingt aber auch schon der erste Satz des Romans: „Liebe ist eines jener...




