Schulden der EU-Staaten: Fast zwei Drittel der Neuverschuldung gehen in den Zinsdienst
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Schulden der EU-Staaten : Fast zwei Drittel der Neuverschuldung gehen in den ZinsdienstVon Werner Mussler, Brüssel10.06.2026, 21:41Lesezeit: 3 Min.Bildbeschreibung ausklappenDas EZB-Gebäude in Frankfurt am MainFrank RöthDie höheren Zinsen bekommen nicht nur private Verbraucher und Hausbauer zu spüren, sondern auch der Staat. Er kann weniger investieren.Zusammenfassung Anhören Merken TeilenVerschenkenDrucken Zur App An diesem Donnerstag wird die Europäische Zentralbank (EZB) fast sicher die Leitzinsen erhöhen. Mit mindestens einem weiteren Zinsschritt in diesem Jahr rechnen so gut wie alle Ökonomen. Was angesichts der hohen Inflation überfällig erscheint, wird nicht nur private Verbraucher und Hausbauer belasten, sondern auch den Staat. In Verbindung mit der stetig steigenden Staatsverschuldung sorgen die höheren Zinsen dafür, dass die Zinslast einen immer größeren Anteil an den Staatsausgaben aufzehrt. Das belegen Berechnungen des FDP-Europaabgeordneten Moritz Körner auf Basis von Daten des EU-Statistikamts Eurostat und des EU-Ministerrats.Demnach haben die Mitgliedstaaten der Europäischen Union im vergangenen Jahr 358 Milliarden Euro für Zinszahlungen ausgegeben. Das ist mehr als doppelt so viel wie die jährlichen Einzahlungen in den EU-Haushalt von rund 150 Milliarden Euro. Der Betrag macht mit 62 Prozent zudem fast zwei Drittel der jährlichen Neuverschuldung aus. F.A.Z.-Artikel häufiger in Ihren Suchergebnissen sehen F.A.Z. bei Google bevorzugen Höhere Zinslasten bedeuten weniger staatliche InvestitionenDie Rechnung zeigt, wie schwer es den Mitgliedstaaten mittlerweile fällt, aus eigener Kraft zu investieren, zum Beispiel in die Infrastruktur. Die hohe Zinslast reduziert den Ausgabenspielraum der Staaten und damit indirekt auch das Wachstumspotential. Viele Länder hätten zu lange über ihre finanziellen Möglichkeiten gelebt, sagt Körner.Diese „fiskalische Dominanz“ wird nach Einschätzung von Körner dadurch verstärkt, dass höhere EZB-Zinsen anders als früher n...




