News: Katherina Reiche vs Friedrich Merz, Personalzoff bei der AfD, Gespräche zwischen Israel und Libanon
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Die Lage am Morgen Katherina Reiche und die Guttenberg-Methode Von Christoph Hickmann Heute geht es um den Kanzler und seine Wirtschaftsministerin, Personalquerelen bei der AfD und die Frage, was von Bundespräsident Steinmeier bleiben wird. 14.04.2026, 05.31 Uhr Zur Merkliste hinzufügen X.com Facebook E-Mail Link kopieren Weitere Optionen zum Teilen X.com Facebook E-Mail Messenger WhatsApp Link kopieren Dieses Audio ist derzeit nicht verfügbar. Anhören Extern anhören Eine unerschrockene FrauWenn der Bundestag zur Sitzungswoche zusammenkommt, hat der Dienstagnachmittag immer einen besonderen Reiz. Dann treffen sich die Fraktionen zu ihren Sitzungen, und auf der sogenannten Fraktionsebene des Reichstagsgebäudes, wo sie ihre Sitzungssäle haben, entfaltet sich das Gewusel und Gewese des politischen Betriebs. Manchmal geht es hinter den verschlossenen Türen auch heftiger zur Sache. Bei der Union ist das seltener der Fall, ihre Abgeordneten sind eher für Disziplin bekannt. Aber heute könnten sie Diskussionsbedarf haben. Das liegt weniger an den gestern bekannt gewordenen Beschlüssen der Koalition (mehr dazu lesen Sie hier ) – gegen den Tankrabatt etwa dürften die wenigsten etwas einzuwenden haben. Umso mehr bewegt gerade eine Frau aus dem Kabinett von Friedrich Merz die Union: CDU-Wirtschaftsministerin Katherina Reiche. Bild vergrößern Kanzler Merz, Ministerin Reiche: Schon wieder versöhnlich Foto: Tobias Schwarz / AFP Kanzler Friedrich Merz hatte seine Ministerin vergangene Woche erst intern und dann, als das nichts nutzte, auch öffentlich zur Ordnung gerufen: Er sei »befremdet über den öffentlichen Schlagabtausch« zwischen ihr und SPD-Finanzminister Lars Klingbeil, hieß es aus seinem Umfeld (mehr dazu hier ). Doch Reiche wirkt seither nicht etwa geschwächt, im Gegenteil. Prominente Parteifreunde sprangen ihr bei und stellten sich damit gegen den Kanzler. Das könnte daran liegen, dass Reiche jene klare Kante liefert, die Merz seiner Partei zwar versprochen hat, bislang aber schuldig geblieben ist. Reiche ist eine selbstbewusste Frau, die es nicht nötig hat, sich von Männern erklären zu lassen, wie Politik funktioniert. Doch es gibt starke Parallelen zwischen ihrem Stil und der Art, wie ihr heutiger Lebensgefährte Karl-Theodor zu Guttenberg einst Politik machte. Etwa, als er sich 2009, damals junger Wirtschaftsminister, in der Diskussion über eine Rettung des Autobauers Opel gegen die Kabinettslinie stellte und für eine Insolvenz plädierte. Seinem Stil blieb er auch danach treu, zumindest eine Zeit lang ging das gut. Vielleicht liefert die heutige Sitzung der Fraktion (der Reiche nicht angehört) ja weitere Hinweise darauf, ob die Methode für Katherina Reiche ebenfalls aufgeht. Im CDU-Vorstand soll Merz jedenfalls gestern schon wieder versöhnlich geklungen und sich hinter seine Ministerin gestellt haben: Reiche habe die Unterstützung »von uns allen«, sagte er demnach. Offenbar hat auch er registriert, wie viel Zuspruch sie bekommen hat. Mehr Hintergründe hier: Im Ringen mit dem Kanzler hat Katherina Reiche einen entscheidenden Vorteil Oberst a.D., Arbeitskreisleiter a.D.Auch die Abgeordneten der rechtsextremen AfD kommen heute zur Fraktionssitzung zusammen. Bereits zuvor trifft sich der Arbeitskreis Verteidigung, also der Kreis von AfD-Parlamentariern, die sich mit diesem Thema beschäftigen. Dort wird es heute um eine heikle Personalie gehen. Einige Abgeordnete wollten den bisherigen Leiter des Kreises abwählen, den ehemaligen Berufssoldaten Rüdiger Lucassen. Doch Lucassen ist ihnen gestern zuvorgekommen, er trat als Leiter des Arbeitskreises und verteidigungspolitischer Sprecher zurück. Das Schreiben an die Fraktionschefs Alice Weidel und Tino Chrupalla sowie den übrigen Fraktionsvorstand liegt dem SPIEGEL vor. Darin schreibt Lucassen, er wolle »die großen Siegchancen der AfD in den kommenden Landtagswahlen nicht durch Personaldebatten« schmälern. Bild vergrößern Abgeordneter Lucassen: Straff und im Kommandoton Foto: dts Nachrichtenagentur / IMAGO Der Vorgang ist bemerkenswert, schließlich konnte man Lucassen kaum die fachliche Qualifikation für seinen bisherigen Job absprechen. Er diente 34 Jahre als Berufssoldat, war Hubschrauberpilot, Kommandeur, Referent bei der Nato und brachte es bis zum Oberst. Warum also wollten die eigenen Leute ihn loswerden? »Dazu gibt es zwei Versionen«, schreibt mir mein Kollege Fabian Hillebrand, der sich mit der AfD im Allgemeinen und dem Knatsch um Lucassen im Besonderen beschäftigt hat. Lucassen glaubte, dass er wegen seiner inhaltlichen Positionen angegriffen werde, hat Fabian aus dem Umfeld des Verteidigungspolitikers gehört. Er sei offen gegenüber Wehrpflicht und Nato, kritisch gegenüber Russland (mehr zu den Hintergründen des AfD-Streits über die Wehrpflicht lesen Sie hier ). Die anderen sagten, dass Lucassen den Arbeitskreis zu militärisch geführt habe, straff und im Kommandoton. Der hessische AfD-Abgeordnete Jan Nolte wird den Arbeitskreis Verteidigung nun zunächst interimsmäßig führen. Offiziell über die Neubesetzung entscheiden muss dann die AfD-Fraktion als Ganzes. Auch Nolte war Soldat, hat es allerdings nicht bis zum Oberst gebracht, sondern lediglich bis zum Oberbootsmann. Das ist bei der Marine das, was der Oberfeldwebel bei Heer und Luftwaffe ist. Ein höherer Unteroffizier. Mehr Hintergründe hier: Warum der wichtigste Verteidigungspolitiker der AfD hinschmeißt Sie wollen reden, aber die Hisbollah will nichtNoch am Sonntag hat Israels Premier Benjamin Netanyahu seine Truppen im Südlibanon besucht, nach wochenlangen Kämpfen israelischer Streitkräfte mit der Hisbollah-Miliz. Heute nun wollen die libanesische Regierung und Israel erstmals seit Jahrzehnten direkte Gespräche auf politischer Ebene führen. Aufnehmen sollen sie die libanesische Botschafterin in den USA, Nada Hamadeh Moawad, und Israels Botschafter in Washington, Jechiel Leiter. Das Problem: Die von Iran unterstützte Hisbollah-Miliz, gegen die Israel kämpft, lehnt die Verhandlungen ab. Gestern forderte sie, das Treffen abzusagen. Und die libanesische Regierung bekommt die Miliz nicht unter Kontrolle. Die Frage ist also, wozu die Gespräche überhaupt führen können. Bild vergrößern Premier Netanyahu bei Truppenbesuch am Sonntag: Der Krieg geht weiter Foto: Kobi Gideon / GPO / Anadolu Agency / IMAGO Gestern ging der Krieg im Südlibanon weiter. Daran änderte auch ein Telefonat zwischen Friedrich Merz und Netanyahu nichts. Der Kanzler habe den Premier aufgerufen, »die Kampfhandlungen im Süden des Libanon zu beenden«, teilte Regierungssprecher Stefan Kornelius mit. Zumindest hat Merz es mal versucht. Mehr Hintergründe zu Israels Angriffen im Libanon hier: Um 14.30 Uhr kam der Tod aus dem Nichts Lesen Sie hier den aktuellen SPIEGEL-LeitartikelDonald Trump entgleitet die Macht: Es läuft nicht gut für Donald Trump. Der Irankrieg, der Streit im MAGA-Lager, Orbáns Niederlage – die Zeichen mehren sich, dass seine Zeit vorbei sein könnte . Hier geht’s zum aktuellen Tagesquiz Feedback Noch mehr Rätsel wie Viererkette, Wordle und Paarsuche finden Sie bei SPIEGEL Games. Gewinnerin des Tages……ist die DLRG-Ortsgruppe Stralsund. Ihr Übungstag wird heute von einem besonderen Gast besucht. Das Staatsoberhaupt selbst gibt sich die Ehre. Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier führt seine Amtsgeschäfte drei Tage lang von Stralsund aus, neben der DLRG-Ortsgruppe besucht er unter anderem die Spielkartenfabrik. Die Reihe heißt »Ortszeit Deutschland« und hat Steinmeier schon in diverse andere Ecken der Republik geführt. Bild vergrößern Bundespräsident Steinmeier 2025 bei Boxtraining in Stadtallendorf, Hessen: In diversen Ecken der Republik Foto: Boris Roessler / dpa Im nächsten Jahr, wenn seine zweite Amtszeit endet, wird sich die Frage stellen, was von diesem Bundespräsidenten eigentlich bleibt. Nach zehn Jahren. Gar nicht so einfach. Aber die DLRG-Ortsgruppe wird heute bestimmt die Gelegenheit für ein paar Selfies bekommen. Schwarz-Rot will neuen Bundespräsidenten am 30. Januar 2027 wählen lassen Die jüngsten Meldungen aus der NachtJD Vance spricht von »echten Fortschritten« bei Verhandlungen, Iran von übertriebenen US-Forderungen: Die USA und Iran geben sich gegenseitig die Schuld am Scheitern der Friedensgespräche. Derweil sickern überraschende Details aus Runde eins durch. Und: Der Uno-Chef verweist auf die »tief verwurzelten Differenzen«. Der Überblick. Kongressabgeordneter der US-Demokraten tritt wegen Vergewaltigungsvorwürfen zurück: Eric Swalwell wollte einst für die US-Demokraten ins Weiße Haus, bei der Gouverneurswahl in Kalifornien galt er als ein Favorit. Dann wurden Vorwürfe des sexuellen Übergriffs laut. Der Politiker weist sie zurück, zieht aber Konsequenzen. Kolumbien will bis zu 80 »Kokain-Hippos« von Drogenbaron Escobar keulen: Pablo Escobar schaffte sich einst vier Flusspferde an, die Tiere pflanzten sich kräftig fort und gelten inzwischen als »invasive Spezies«. Jetzt setzt die kolumbianische Regierung auf rabiate Mittel. Heute bei SPIEGEL Extra: Nervosität vor dem Wettkampf – so bleiben Sie stark und erreichen Ihr Ziel Bild vergrößern Foto: chat9780 / iStockphoto / Getty Images Wochenlange Vorbereitung, aber kurz vor dem Wettkampf kommt die Nervosität. Eine Mentaltrainerin sagt, wie Sie Schwächen in Stärken umdeuten und welche Sofortmaßnahmen Sportler durch den Marathon bringen . Ich wünsche Ihnen einen guten Start in den Tag. Ihr Christoph Hickmann, Leiter des SPIEGEL-Hauptstadtbüros Startseite Feedback


