Insolvenzen: Wo die Pleitewelle rollt
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Insolvenzen : Wo die Pleitewelle rolltVon Anna Sophie Kühne, Nicole Gomes Rodrigues30.05.2026, 11:07Lesezeit: 3 Min.Bildbeschreibung ausklappenEine geschlossene Filiale der Deko-Kette Depot.Picture AllianceImmer mehr Unternehmen melden Insolvenz an. Andere Betriebe machen einfach dicht – und die Rettung war noch nie so schwierig. Anhören Merken TeilenVerschenkenDrucken Zur App Die Einrichtungskette Depot hat Insolvenz angemeldet, ebenso der Industrieofenbauer Eliog, die Spedition Betz und die Hotelgruppe Revo: Ein Blick in die Meldungen der vergangenen Wochen zeigt, dass kaum eine Branche mehr vor der wirtschaftlichen Krise gefeit ist. Im vergangenen Jahr meldeten rund 24.000 Unternehmen Insolvenz an, ein Anstieg von zehn Prozent gegenüber 2024. Was an wirtschaftlicher Substanz in Deutschland derzeit verloren geht, geht jedoch weit über diese Zahlen hinaus. Denn insbesondere kleine Betriebe, der Schmuckladen oder das Café von nebenan, sperren oft einfach irgendwann zum letzten Mal die Tür zu. Unter den knapp 200.000 Betriebsschließungen im Jahr 2024 war etwa jede zehnte eine Insolvenz..Seit einiger Zeit gibt es zudem eine dramatische Verschiebung, sagt Insolvenzverwalter Arndt Geiwitz. „Anfang 2025 waren unter den Insolvenzfällen oft Unternehmen, die schon lange totgesagt waren“, stellt er klar. „Was wir heute beobachten, sind immer mehr Insolvenzen aus dem vollen Geschäft heraus.“ Darunter seien Unternehmen, die eigentlich „weltmarktfähige“ Produkte hätten – aber angesichts steigender Zinsen unter ihrer Schuldenlast zusammenbrechen oder den Rückgang der Nachfrage nicht abfedern können.Besonders betroffen ist die Automobilbranche, generell ist die Lage für viele energieintensive Betriebe kritisch. So vermeldet etwa Nordrhein-Westfalen besonders viele Insolvenzen, wo traditionell die Industrie- und Baubranche verwurzelt ist. Auch im Dienstleistungssektor sieht es nicht gut aus, was sich an den hohen Insolvenzquoten von großen Städten wie Berlin und Hamburg bemerkbar...


