Heidelberger Stückemarkt: Die Mittel der Qual
•Heidelberger Stückemarkt : Die Mittel der QualVon Jan Wiele05.05.2026, 13:36Lesezeit: 5 Min.Bildbeschreibung ausklappenTief im Westen: Mehr Klischees, als man glaubt?
•Wang Chongs Inszenierung von Yannic Han Biao Federers „Asiawochen“ in HeidelbergSusanne ReichardtUnd es hat „plitsch“ gemacht: Akustische Folter, Klimadrama, Erklärtheater und einige herausragende Mom...
•Heidelberger Stückemarkt.
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Heidelberger Stückemarkt : Die Mittel der QualVon Jan Wiele05.05.2026, 13:36Lesezeit: 5 Min.Bildbeschreibung ausklappenTief im Westen: Mehr Klischees, als man glaubt? Wang Chongs Inszenierung von Yannic Han Biao Federers „Asiawochen“ in HeidelbergSusanne ReichardtUnd es hat „plitsch“ gemacht: Akustische Folter, Klimadrama, Erklärtheater und einige herausragende Momente prägen den 43. Heidelberger Stückemarkt. Anhören Merken TeilenVerschenkenDrucken Zur App Jedes Festival ist anstrengend, zumindest für Journalisten, die ein Fazit daraus ziehen sollen. Das gilt in Cannes, in Klagenfurt und auch beim Heidelberger Stückemarkt. Die groteske Verdichtung, die erlebt, wer sich tagelang fast pausenlos Spielfilme reinzieht, Gegenwartsliteratur trinkt oder Regietheater raucht, führt im besten Fall zu einem Rausch, manchmal aber auch zu einem Kater.Die Verdichtung hat freilich auch Vorteile für die Analyse – beziehungsweise Diagnose. Beim Theater ist längst von Diagnose zu sprechen, das ist nichts Neues, und sowohl die Auswüchse der Regieeinfälle als auch die Reflexe dagegen gehören zur Theatergeschichte. Man erinnere sich, so viel darf vielleicht pro domo gesagt werden, neben vielen Beiträgen in dieser Zeitung auch an international wirksame wie Daniel Kehlmanns umstrittene Salzburger Invektive von 2009 gegen Regietheater als quälendes Genudel.Was an den Nerven zerrt und sägtNeu sind allenfalls noch die Mittel der Qual. In Heidelberg beim 43. Stückemarkt, dem letzten unter der Intendanz von Holger Schultze, wird spätestens in der dritten oder vierten Aufführung klar: Das Qualmittel der Gegenwartsdramaturgie ist die akustische Folter. War sie es eine Zeit lang in Form von lauter Popmusik, oft kontraintuitiv eingesetzt (auch das kommt weiterhin vor), erklingt nun zumeist eine Tonspur aus dem Off mit Geräuschen, die an den Nerven zerren, ja sägen.Der Wind heult am Polarkreis: Szene aus „Aalaapi“Collectif Aalaapi/Heidelberger StückemarktIm Eröffnungsstück, Yannic Han Biao Federers...المصدر: FAZ | Source: FAZ
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