Geldpolitik: Kein Grund für höhere Leitzinsen
Geldpolitik : Kein Grund für höhere Leitzinsen Gastbeitrag Von Von Holger Schmieding11.05.2026, 07:16Lesezeit: 2 Min.Bildbeschreibung ausklappenDas Gebäude der Europäischen Zentralbank in Frankfurt am MainJanek StempelJetzt wächst die Gefahr, dass die EZB ihren gelegentlichen Fehlern der Vergangenheit einen weiteren Fehler folgen lassen wird.Zusammenfassung Anhören Merken TeilenVerschenkenDrucken Zur App Geldpolitik braucht Zeit. Ihre volle Wirkung entfaltet sie oftmals erst nach einem Jahr oder sogar noch später. Dennoch neigen Zentralbanken unter dem Druck der aktuellen Nachrichtenlage immer wieder dazu, ihre Politik mehr an den jüngsten Ausschlägen der Inflation statt am mittelfristigen Ausblick für die Preisstabilität auszurichten.In ihren mehr als 25 Jahren hat die Europäische Zentralbank (EZB) ihre Sache insgesamt recht gut gemacht. Jetzt wächst allerdings die Gefahr, dass sie ihren gelegentlichen Fehlern der Vergangenheit (zu hohe Zinsen 2008 und 2011, eine viel zu lockere Politik 2021) einen weiteren Fehler folgen lassen wird.Steigende EnergiepreiseDenn nach ihrer letzten Sitzung am 30. April hat die EZB angedeutet, dass sie im Juni voraussichtlich ihre Zinsen anheben wird, sofern sich bis dahin keine Entspannung an den Energiemärkten abzeichnet. Den unmittelbaren Anstieg der Energiepreise und deren direkte Folgen für Transportkosten sowie für Kunstdünger und Nahrungsmittel könnte die EZB damit jedoch nicht verhindern. Stattdessen könnte sie die Eurozone in eine unnötige Rezession stürzen.Die EZB befürchtet offenbar, dass der Energiepreisschock sogenannte Zweitrundeneffekte auslösen könnte, etwa in Form wesentlich höherer Löhne. Damit würde aus dem einmaligen Preisschub ein länger anhaltendes Inflationsproblem. Anders als im Wiederaufschwung nach der Pandemie mit aufgestauter Nachfrage und einem durch gestörte Lieferketten erheblich eingeschränkten Angebot in den Jahren 2021 und 2022 ist dieses Risiko jetzt allerdings nicht allzu ausgeprägt.Der Irankrie...المصدر: FAZ | Source: FAZ
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