Forschungsprojekt zu verfolgten musikern: Artisten ohne Publikum
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Forschungsprojekt zu verfolgten musikern : Artisten ohne Publikum Gastbeitrag Von Christiane Wiesenfeldt02.06.2026, 11:38Lesezeit: 5 Min.Bildbeschreibung ausklappenEndstation Kalifornien: der Komponist Hanns Eisler 1949 in HollywoodBestand bpk-FotoarchivEin neues Akademieprojekt untersucht die NS-Verfolgung von Musikern. Es zeigt, wie sehr die Musikgeschichte des 20. Jahrhunderts von erzwungenem Verstummen geprägt ist.Zusammenfassung Anhören Merken TeilenVerschenkenDrucken Zur App Er nimmt nur mit, was sich tragen lässt. Einen Koffer, einen Stapel Noten, vielleicht ein paar Adressen. Natürlich sein Instrument. Als er den Bahnhof verlässt, ist nicht nur eine Stadt verloren, sondern ein ganzes musikalisches Umfeld: Ensembles, Schüler, Aufführungen, Routinen. Was bleibt, ist eine Bewegung ins Ungewisse – und die Frage, ob die eigene Musik an einem anderen Ort überhaupt noch gehört werden wird.Denn ein Musiker ohne Öffentlichkeit ist kein Musiker mehr. Was das nationalsozialistische Regime in zahllosen Fällen bewirkte, war nicht allein Vertreibung, Entrechtung oder Exil. Es entzog den Verfolgten die Bedingung ihrer Existenz: die Öffentlichkeit, in der Musik entsteht, zirkuliert und Bedeutung gewinnt. Das Berufsverbot wurde dabei zu einem gezielten Terrorinstrument. Mit dem Verlust von Aufführungsorten, Institutionen und Netzwerken verstummten nicht nur einzelne Stimmen – es entstanden Brüche, deren Folgen die Musikgeschichte des zwanzigsten Jahrhunderts bis heute nur unzureichend erfasst. F.A.Z.-Artikel häufiger in Ihren Suchergebnissen sehen F.A.Z. bei Google bevorzugen Hier setzt ein neues Langzeitvorhaben des Akademienprogramms an. Das Projekt „NS-Verfolgung und Musikgeschichte“, das seit 2025 in München und Hamburg aufgebaut wird, will diese Verluste nicht nur dokumentieren, sondern die Musikgeschichte selbst neu vermessen. „Für Wissenschaft und künstlerische Praxis ist genaueres Wissen über die Dimensionen der Zerstörung und ihre globalen Konsequenzen nötiger denn...





