EU-Strategie: Brüssel will in der Nothilfe neutral bleiben
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EU-Strategie : Brüssel will in der Nothilfe neutral bleibenVon Thomas Gutschker, Brüssel27.05.2026, 15:33Lesezeit: 3 Min.Bildbeschreibung ausklappenSie will eine neue Linie: Die EU-Außenbeauftragte Kaja Kallas will eine interessengeleitete Entwicklungshilfe.dpaDie Europäer verteilen weltweit am meisten Nothilfe. Kallas wirbt für eine interessengeleitete Entwicklungspolitik. Durchsetzen konnte sie sich damit nicht.Zusammenfassung Anhören Merken TeilenVerschenkenDrucken Zur App Als geopolitischer Akteur soll die Europäische Union „strategischer“ handeln, wenn es um humanitäre Nothilfe geht. Das war die Ansage, mit der die EU-Außenbeauftragte Kaja Kallas zuletzt in einen Rat der EU-Minister für Entwicklungshilfe ging. Die Hilfe müsse deshalb „im Einklang mit unseren Interessen“ stehen. Falls ein Partner etwa Russland oder Iran unterstütze, solle die EU ihr Engagement neu ausrichten.Für Staaten wie Mali, Sudan und Nicaragua, die in den Vereinten Nationen immer wieder Russland unterstützen und trotzdem Geld aus Brüssel bekommen, würde das gravierende Folgen haben. Sie müssen sich allerdings keine Sorgen machen: Kallas hat sich mit ihrer Forderung nicht durchsetzen können. F.A.Z.-Artikel häufiger in Ihren Suchergebnissen sehen F.A.Z. bei Google bevorzugen Das wurde deutlich, als die EU-Kommission am Mittwoch ihre Strategie für humanitäre Nothilfe präsentierte. Dort heißt es zwar, dass die humanitäre Diplomatie ein integraler Bestandteil der EU-Außenpolitik sei – weshalb das Papier auch gemeinsam von Kallas und der Kommissarin für Krisenbewältigung Hadja Lahbib verfasst wurde. Dann aber folgt der entscheidende Satz: Man halte sich „an die humanitären Grundsätze der Menschlichkeit, Neutralität, Unparteilichkeit und Unabhängigkeit“.Hilfsorganisationen müssen priorisierenAn einer Stelle heißt es sogar, dass „politische oder ideologische Erwägungen“ das internationale Hilfssystem „untergraben“. Die EU will also auch weiterhin Projekte in Staaten fördern, deren Politik sie abl...



