EU-Klimazoll: Albaniens Industrie profitiert von einer Spätfolge des Steinzeitkommunismus
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EU-Klimazoll : Albaniens Industrie profitiert von einer Spätfolge des SteinzeitkommunismusVon Andreas Mihm05.05.2026, 18:41Lesezeit: 5 Min.Bildbeschreibung ausklappenKomplett CO₂-frei: Das Wasser- und Solarkraftwerk in Vau i Dejës ist ein großer Stromlieferant Albaniens.ReutersDer Tourismus floriert, die Wirtschaft läuft rund. Albanien ist auf dem Weg in die Europäische Union. Der Klimazoll der EU erweist sich als Vorteil für Tirana.Zusammenfassung Anhören Merken TeilenVerschenkenDrucken Zur App Das Akronym CBAM, umgangssprachlich der EU-Klimazoll, treibt den meisten Stahl- und Aluminiumherstellern außerhalb der EU den blanken Schweiß auf die Stirn. Seit Januar fällt wegen des CO₂-Grenzausgleichssystems für jede in die EU importierte Tonne Stahl und Aluminium eine Extragebühr an – nur nicht bei Albert Valteri. Dem Manager des albanischen Unternehmers Everest, das in der Hauptstadt Tirana Aluminiumprofile herstellt, zaubert die Erwähnung des „Carbon Border Adjustment Mechanism“ vielmehr ein Lächeln ins Gesicht. Er sagt: „Für uns ist das ein echter Vorteil.“Valteri setzt in der Herstellung seiner vielfach in der Auto- und Fensterbranche eingesetzten Aluprofile kein Kohlendioxid (CO₂) frei. Das Unternehmen greift in der Produktion nach eigenen Angaben komplett auf Recyclingmaterial zurück und nutzt ausschließlich Strom aus erneuerbaren Quellen. Der stammt zur Hälfte aus eigens installierten Photovoltaikpaneelen und zur Hälfte aus dem von Wasserkraft bestimmten albanischen Stromnetz. Das Aluminium sei „sozusagen doppelgrün“, scherzt Valteri.Das vermutlich einzige positive Erbe des TerrorregimesDas ist eine Spätfolge des Endes der Achtzigerjahre abgetretenen Regimes des Steinzeitkommunisten Enver Hodscha – und vermutlich das einzig positive Erbe. Hodschas Terrorregime, an das im Straßenbild bis heute die Einmannbetonbunker erinnern, hatte auf wirtschaftliche Autarkie und heimische Wasserkraft im abgeschiedenen Balkanland gesetzt. Mit chinesischer Hilfe ließ Hodscha riesi...





