Energiekrise: Ökonom Marcel Fratzscher fordert autofreie Sonntage und Tempolimit
•Energiekrise wegen Irankriegs Ökonom Fratzscher fordert autofreie Sonntage und Tempolimit Ein Tankrabatt als Entlastung genügt nicht: Wirtschaftsforscher Fratzscher sieht die Notwendigkeit, schnell de...
•Sonst drohten drastische Probleme.
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Energiekrise wegen Irankriegs Ökonom Fratzscher fordert autofreie Sonntage und Tempolimit Ein Tankrabatt als Entlastung genügt nicht: Wirtschaftsforscher Fratzscher sieht die Notwendigkeit, schnell den Spritverbrauch zu drosseln – auch durch unpopuläre Maßnahmen. Sonst drohten drastische Probleme. 26.04.2026, 10.35 Uhr Zur Merkliste hinzufügen Artikel anhören (4 Minuten) 4 Min X.com Facebook E-Mail Link kopieren Weitere Optionen zum Teilen X.com Facebook E-Mail Messenger WhatsApp Link kopieren Bild vergrößern Kommt das Tempolimit? Der Ökonom Fratzscher sagt: »Es sind keine trivialen Summen an Treibstoff, die wir einsparen können« Foto: Jens Büttner / dpa-Zentralbild / dpa Der Ökonom Marcel Fratzscher spricht sich mit Blick auf die Energiekrise infolge des Irankriegs für autofreie Sonntage wie in den Siebzigerjahren aus. »Wir brauchen autofreie Sonntage und ein Tempolimit – auch jetzt schon, nicht erst, wenn es sich weiter zuspitzt«, sagte Fratzscher dem Nachrichtenportal T-online . »Das klingt sehr kontrovers. Aber was viele nicht verstehen: Wir haben im Augenblick weltweit zehn bis 15 Prozent weniger Öl und Gas.« Deshalb könne auch nur entsprechend weniger genutzt werden, fuhr der Präsident des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) fort. »Es ist eine Frage der Verteilung: Wer schränkt sich stärker ein, wer weniger stark?«, sagte Fratzscher. »Genau das ist die Perversität am Tankrabatt.« Fratzscher kritisierte die beschlossene Senkung der Mineralölsteuer scharf. »Durch den Tankrabatt reduzieren die Deutschen ihr Autofahren nicht ausreichend, obwohl das dringend nötig wäre«, sagte der Ökonom. Der Verbrauch müsse dort reduziert werden, wo er »nicht absolut essenziell« sei. Ein Interview zur Bedeutung des Spritpreises in Deutschland und zur Frage, welche Maßnahmen wirklich helfen, finden Sie hier . »Dann komme ich wieder auf ein Tempolimit«, so Fratzscher. »Für viele Deutsche ist das ein rotes Tuch. Doch es sind keine trivialen Summen an Treibstoff, die wir einsparen können.« Der Tankrabatt mache jedoch »das komplette Gegenteil«. Dadurch müssten andere mehr sparen. »In anderen Bereichen, etwa bei Lebensmitteln, werden die Preise durch den Tankrabatt stärker steigen.« Zugleich warnte der Ökonom vor weiter steigenden Spritpreisen. Zwar könnten die Preise wieder unter zwei Euro fallen, wenn der Krieg ende und Lieferwege wieder geöffnet würden. Es könne aber genauso gut weitere Engpässe geben. Spätestens mit dem nächsten Winter komme der Druck wieder. »Ein Dieselpreis in Richtung von drei Euro kann realistisch werden«, sagte Fratzscher. »Auch wenn sich das heute kaum jemand vorstellen mag.« Knappheit bei Kerosin große SorgeWarnungen vor einer Kerosinknappheit nimmt Fratzscher nach eigenen Worten »sehr ernst«. Man solle zwar »keine Panik schieben«, sagte der Ökonom. Dennoch könne »in den nächsten Wochen und Monaten eine Menge passieren«, so der DIW-Chef. »Wir können nicht ausschließen, dass es zu Knappheiten kommt.« Im Notfall hätten Fluggesellschaften »keine Alternative«, als gewisse Flüge zu streichen. »Möglich wäre auch, dass der Staat alle innerdeutschen Flüge streicht.« Mehr zum Thema Drohender Mangel an Flugkraftstoff: Stellen die Raffinerien jetzt verstärkt von Benzin auf Kerosin um? Von Benedikt Müller-Arnold SPIEGEL-Datenanalyse: Wo auf Deutschlands Autobahnen gerast wird Von Holger Dambeck und Rina Wilkin Chef der Internationalen Energieagentur: »Deutschland sollte über ein Tempolimit auf Autobahnen nachdenken« Ein Interview von Claus Hecking, Boston Der Irankrieg hatte am 28. Februar mit Luftangriffen der USA und Israels begonnen. Iran reagierte mit Angriffen auf Israel, mehrere Golfstaaten und US-Einrichtungen in der Region. Derzeit gilt zwar eine Waffenruhe zwischen den USA und Iran, ob erneut Gespräche der beiden Länder über eine Beendigung des Konflikts zustande kommen, ist jedoch ungewiss. Zuletzt haben beide Seiten ihre Unterhändler zurückgerufen. Das iranische Militär hat die Straße von Hormus, durch die normalerweise rund ein Fünftel des weltweiten Öltransports verläuft, weitgehend gesperrt. Weltweit sind die Öl- und Gaspreise dadurch in die Höhe geschnellt. oka/AFP Startseite Feedbackالمصدر: Der Spiegel | Source: Der Spiegel
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