„Die reichste Frau der Welt“: Nach einer Waren-Geschichte
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„Die reichste Frau der Welt“ : Nach einer Waren-GeschichteVon Maria Wiesner23.04.2026, 13:28Lesezeit: 4 Min.Bildbeschreibung ausklappenWas kostet es, ein Problem in Luft aufzulösen? Isabelle Huppert als Milliardärin MarianneNeue VisionenInspiriert vom Skandal um die französische Milliardenerbin Liliane Bettencourt: Isabelle Huppert als „Die reichste Frau der Welt“ im Kino. Anhören Merken TeilenVerschenkenDrucken Zur App Filme über die Dekadenz der Superreichen haben Konjunktur, seit (Tech-)Milliardäre neben der Wirtschaft nun auch in die Politik eingreifen. Ruben Östlund schickte in „Triangle of Sadness“ (2022) Waffenhändler und Influencer auf eine katastrophale Luxuskreuzfahrt. Emerald Fennell ließ in „Saltburn“ (2023) einen armen Studenten im Landhaus auf die britische Upper Class los. Und Bong Joon-ho verlegte in „Parasite“ (2019) Klassenkampf – ganz wörtlich und blutig – in eine große Villa. Das Potential, diese Reihe fortzusetzen, steckte auch in der Geschichte, die dem Film „Die reichste Frau der Welt“ zugrunde liegt. Von „wahren Begebenheiten“ raunt schon der Vorspann. In Frankreich sind die jedermann bekannt: Vor zehn Jahren verurteilte ein Gericht den Fotografen François-Marie Banier dafür, die Milliardenerbin und L’Oréal-Hauptaktionärin Liliane Bettencourt ausgenutzt zu haben. 700 Millionen Euro hat der Mann über Jahre in Form von Gemälden, Immobilien und Versicherungspolicen aus der Verbindung zu Bettencourt gezogen. Das Urteil betonte die angeschlagene geistige Verfassung der Erbin, die der Fotograf schamlos zu seinen Gunsten manipulieren konnte. Was also formt Regisseur Thierry Klifa aus diesem Stoff?Zunächst einmal zeichnet er seine Hauptfigur Marianne Farrère (die Namen seien aus Gründen der Privatsphäre geändert worden, so der Vorspann) als Frau ohne Realitätsbezug, die in ihrer eigenen Welt lebt. Ein Heer von Dienern umsorgt sie. Probleme kennt sie nicht, denn für gewöhnlich lassen sie sich mit Geld in Luft auflösen. „Wir hätten alles kaufen sollen“...




