Debatte über Diäten: Die Abgeordneten machen sich selbst klein
✨ AI Summary
🔊 جاري الاستماع
Debatte über Diäten : Die Abgeordneten machen sich selbst klein Ein Kommentar von Andreas Nefzger24.05.2026, 08:26Lesezeit: 3 Min.Bildbeschreibung ausklappenDer Plenarsaal des Bundestags während einer Rede von Wirtschaftsministerin Katherina ReichedpaUnion und SPD wollen die automatische Erhöhung der Abgeordnetenbezüge aussetzen. Damit befeuern sie leichtfertig einen Konflikt, der längst befriedet war. Anhören Merken TeilenVerschenkenDrucken Zur App Es gab eine Zeit, da galt Politik nicht als Beruf, aber die ist lange her. Im alten Griechenland waren politische Ämter oft unbezahlt, auch in England war das so, als die Demokratie dort noch jung war. Volksvertreter mussten niemandem gefallen, um sich im Amt zu halten, weil sie auf das Amt nicht angewiesen waren. Politik war ihr Dienst an der Gesellschaft, ihr Auskommen verdienten sie anderswo. Das machte sie frei.So zumindest die Theorie. Tatsächlich führte das Modell zu Schwierigkeiten. Eine davon war, dass Politik über die Jahrhunderte zu kompliziert wurde, um sie von Volksvertretern in Teilzeit machen zu lassen. Also setzte sich die Idee durch, Angehörige eines Parlaments zu entlohnen. Als frei galt nun, wer ordentlich verdiente, weil schlecht bezahlte Politiker sich leichter korrumpieren lassen. F.A.Z.-Artikel häufiger in Ihren Suchergebnissen sehen F.A.Z. bei Google bevorzugen Anspruch auf „angemessene“ EntschädigungAuch das Grundgesetz folgt dieser Überzeugung. Dort heißt es, Bundestagsabgeordnete haben „Anspruch auf eine angemessene, ihre Unabhängigkeit sichernde Entschädigung“. Was angemessen ist, darüber gab es allerdings häufig Streit, auch jetzt wieder. Wobei der Streit diesmal schnell ausgeräumt war, weil die Union ihren Widerstand aufgab und auf die Linie der SPD einschwenkte, die auch die Linie der Opposition ist: Die Bundestagsabgeordneten sollen in diesem Jahr auf eine Erhöhung der Diäten verzichten.Eigentlich hätten die Bezüge der Abgeordneten zum 1. Juli steigen sollen, von monatlich 11.833 Euro auf 1...





