BILD-Reporter Til Biermann - Mein Mitternachts-Besuch bei Timmy
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BILD-Reporter Til Biermann und der Ostsee-Wal: Mein Mitternachts-Besuch bei TimmyEs ist erstaunlich, wieviel Kraft er noch hatBILD-Reporter Til Biermann nachts bei TimmyFoto: Til BiermannTil BiermannKirchdorf (Mecklenburg-Vorpommern)05.04.2026 - 14:11 Uhr TTS-Player überspringen↵Artikel weiterlesenKirchdorf (Mecklenburg-Vorpommern) – Es ist 23.50 Uhr. Die Insel Poel schläft, nur am finsteren Feldweg, der zu Timmy führt, wachen zwei Polizisten in einem Streifenwagen. Als Journalist darf ich durch. Ich will zum Wal.Die Beamten sollen Schaulustige davon abhalten, dem verletzten Tier zu nahe zu kommen. Darunter auch ein „Schamane“, den ich im Insel-Restaurant getroffen hatte. Der behauptet, er könnte dem Riesensäuger, der ihn gerufen habe, durch Handauflegen wieder Kraft geben. So könne der es zurück in den 700 Kilometer entfernten Atlantik schaffen. In diesem schwarzen Wasser liegt Timmy. Man sieht aufgrund es schlechten Lichts seinen grauen Rücken nicht. Aber man hört ihn laut. Hinten rechts: Industrie-Anlagen von WismarFoto: Til BiermannAußer uns ist niemand hierEin österreichischer Experimental-Musiker hatte mir am Tag eine Aufnahme aus der vergangenen Nacht gezeigt. Da hörte man den gestrandeten Wal. Es waren Geräusche, die wie ein Weinen klangen. Angeblich macht Timmy das die ganze Nacht, sagte der Musiker.Ich laufe nach unten Richtung Wasser, sehe einen knallgelben Vollmond im Wasser stehen. Irgendwo da in der Finsternis liegt Timmy. Sonst ist niemand hier, nur er und ich. Und dann höre ich tatsächlich ein leises, aber tiefes Brummen. Als würde dort hinten irgendwo ein alter Dieselmotor knattern. Doch dort ist nur Wasser. Es ist kein Diesel, sondern das Tier. Dann, mal leiser, mal lauter, ruft er immer wieder. Es klingt wie ein klägliches Stöhnen.Polizisten bewachen in einem Streifenwagen den Zugang zu TimmyFoto: Til BiermannTagsüber ist er still. Ich habe keinen Laut von ihm gehört, vermutlich wegen des Stresses. Doch nachts, so scheint es, ruft er vergeblich na...





