Bafög-Reform: Von wegen laues Studentenleben!
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Bafög-Reform : Von wegen laues Studentenleben!Von Stefanie Diemand06.06.2026, 13:39Lesezeit: 7 Min.Bildbeschreibung ausklappenLina Schuurman, 28, an ihrer Hochschule in WiesbadenEmil EichingerDie Forschungsministerin hält Arbeiten neben dem Studium für kein Problem. Lina Schuurman hat es an ihre Grenzen gebracht.Zusammenfassung Anhören Merken TeilenVerschenkenDrucken Zur App Lina Schuurman sitzt in einem der grauen Hörsäle ihrer Universität, als die Professorin zu schimpfen beginnt. Nach der Abgabe einer Hausarbeit ist sie unzufrieden mit der Leistung der Studierenden. Wie es denn sein könne, dass alle schlechte Arbeiten abgeben würden, fragt sie. Und dann sagt die Professorin einen Satz, der Schuurman im Kopf geblieben ist: Ihr seid doch alles nur faule Studenten. Nach der Vorlesung geht Schuurman in das Büro der Frau. Sie sagt, dass sie bis zu zwanzig Stunden pro Woche arbeitet. Dass sie sich ihr Studium selbst finanzieren muss. Ohne Stipendium, ohne Zuschuss der Eltern, ohne Bafög. Die Professorin kann es kaum glauben. Heute, mit etwas Abstand, denkt Schuurman, sie habe es einfach nicht besser gewusst. In diesen Tagen fühlt sich Schuurman an den Satz zurückerinnert. Die Bundesforschungsministerin Dorothee Bär (CSU) sprach vor Kurzem über die Situation der Studenten im Land. „Wir leben in Deutschland in einer sehr privilegierten Situation: Es gibt keine Studiengebühren, und der Staat ermöglicht vielen jungen Menschen überhaupt erst ein Studium“, sagte sie den Zeitungen der Funke-Mediengruppe. Anlass war die geplante Bafög-Reform: Die Wohnkostenpauschale sollte sich erhöhen, das Bafög sich stärker an der Grundsicherung orientieren und damit steigen, der Bezug vereinfacht werden. Dazu scheint es zumindest für Bär erst mal nicht zu kommen. „Mein Haus hat alle Weichen gestellt für die Bafög-Reform, und wir sind auch im Zeitplan. Ich habe aber auch gehört, dass die Reform von den Regierungsfraktionen nicht mehr unterstützt wird.“ Dafür habe sie Verständnis: „Wenn Pfleg...




