Aufarbeitung der Kolonialzeit - 574 Schädel gehen zurück nach Westafrika
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Aufarbeitung der Kolonialzeit: 574 Schädel gehen zurück nach WestafrikaVon insgesamt 7.700 Schädeln in der Berliner Sammlung werden 574 in ihre Herkunftsländer zurückgeführtFoto: Christoph Soeder/dpa22.04.2026 - 17:05 Uhr TTS-Player überspringen↵Artikel weiterlesenBerlin – Die Stiftung Preußischer Kulturbesitz gibt Hunderte Schädel aus der Kolonialzeit nach Westafrika zurück. Nach jahrelanger Forschung hat die Berliner Institution die Herkunft von 574 menschlichen Überresten geklärt. Die meisten stammen aus dem heutigen Kamerun, Togo, Ghana und Nigeria.336 Schädel stammen aus dem heutigen Kamerun, 151 aus Togo, 23 aus Ghana und einer aus Nigeria. Bei 63 Relikten war keine genaue Zuordnung möglich. Stiftungspräsidentin Marion Ackermann stellte klar: „Wenn irgend möglich, sollen die menschlichen Gebeine dorthin zurückkehren können, woher sie stammen.“Tote vom EisenbahnbauWie die Stiftung mitteilte, stammt ein wesentlicher Teil der menschlichen Überreste von Arbeitern, die beim deutschen Eisenbahnbau in Kamerun umgekommen sind, aber auch von beraubten Nekropolen oder Schlachtfeldern. Noch drastischer: „In sehr vereinzelten Fällen liegen Hinrichtungen durch Deutsche vor.“Die Gebeine sind Teil einer historischen Sammlung, die 2011 von der Charité an die Kulturstiftung ging. Kulturstaatsminister Wolfram Weimer (parteilos) nannte die Provenienzforschung und Rückführung menschlicher Überreste „zentrale Anliegen bei der Aufarbeitung des Kolonialismus“. Das Projekt sei ein Leuchtturm der Aufarbeitung.Rückgabe scheitert an BürokratieDoch nicht alle Rückgaben klappen: Die 574 untersuchten Relikte sind nur ein Teil des Gesamtbestands. Von insgesamt 7.700 Schädeln in der Sammlung wurden auch 1.100 Gebeine aus der ehemaligen Kolonie Deutsch-Ostafrika untersucht. Die Berliner Institution teilte mit: „Eine Rückgabe aus den Beständen aus Deutsch-Ostafrika konnte trotz des entsprechenden Angebotes an die Herkunftsländer noch nicht erfolgen.“ In Tansania wurden zwar zwei Familien ausfi...
