Andreas Gassen: Kassenärzte-Chef lehnt geplante Teilkrankschreibung ab
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»Absurder Ansatz« Kassenärzte-Chef lehnt geplante Teilkrankschreibung ab Eine teilweise Arbeitsunfähigkeit soll helfen, die Kosten im Gesundheitssystem in den Griff zu bekommen. Den Vorschlag von Experten weist Kassenärzte-Chef Andreas Gassen zurück. Dafür fehlten Zeit und Geld. 28.04.2026, 07.04 Uhr Zur Merkliste hinzufügen Artikel anhören (3 Minuten) 3 Min X.com Facebook E-Mail Link kopieren Weitere Optionen zum Teilen X.com Facebook E-Mail Messenger WhatsApp Link kopieren Bild vergrößern Untersuchung in einer Arztpraxis (Symbolbild): 25, 50 oder 75 Prozent krankgeschrieben? Foto: Westend61 / IMAGO Der Chef der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV), Andreas Gassen, hat die von Bundesgesundheitsministerin Nina Warken (CDU) geplante Teilkrankschreibung abgelehnt. »Das halten wir für einen absurden Ansatz«, sagte Gassen, der bekannt ist für seine griffigen Formulierungen, der »Rheinischen Post«. »Alle sprechen von Entbürokratisierung, diese Regelung wäre das genaue Gegenteil.« Um die Ausgaben im Gesundheitssystem zu senken, hatte eine Expertenkommission für die Bundesregierung Vorschläge erarbeitet und dabei auch eine stufenweise Krankschreibung als sinnvoll erachtet. Aus finanziellen und sozialen Gründen. Behandelnde Ärztinnen und Ärzte sollen Arbeitnehmer demnach nicht nur ganz oder gar nicht arbeitsunfähig erklären können, sondern auch zu 75 Prozent, zu 50 Prozent oder zu 25 Prozent. So sollten etwa hohe Kosten durch Krankheitsausfälle im Job besser vermieden werden können. Vorbild ist Schweden. Für eine solche Teilkrankschreibung müssten Ärztinnen und Ärzte Gassen zufolge eine Art Gutachten erstellen und dafür viele Details des Arbeitsverhältnisses beleuchten. Die genaue Kenntnis von Arbeitsplatz und Arbeitsumständen wäre dafür notwendig. »Wie sollen die Kollegen das leisten, vielleicht würfeln?«, sagte der Kassenärzte-Chef. Ausbau von Karenztagen wäre weniger Arbeit für MedizinerDen genauen Unterschied zur derzeitigen Krankschreibung, in der Mediziner ebenfalls die Hintergründe beleuchten sollten, erläuterte Gassen hingegen nicht. Dafür kritisierte er zugleich die Einnahmesituation in Praxen. Die Vergütung werde gleichzeitig zu den Vorschlägen gekürzt, sagte er. »Das klingt nicht nur wie ein schlechter Witz, das ist auch einer.« Schon länger klagen niedergelassene Mediziner darüber, dass ihnen zu wenig Zeit für die Untersuchungen bleibe und diese zu gering vergütet würden. Der KBV-Chef bekräftigte stattdessen seine Forderung nach Karenztagen. »Ich erinnere an unseren Vorschlag, die Karenztage auszubauen und eine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung erst ab dem vierten Arbeitstag verpflichtend zu machen«, sagte Gassen. Alleine dadurch ließen sich rund 300 Millionen Euro jährlich sparen. »Das wäre ein echter Beitrag zum Bürokratieabbau«, sagte er. Allerdings hatte sich die Expertenkommission bei dem Vorschlag nicht auf das Thema Bürokratie fokussiert. Neben der Frage der Kosten durch Fehlzeiten ging es ihnen auch darum, dass Beschäftigte trotz Krankheit wenn möglich in ihren sozialen Strukturen und einer Tagesstruktur eingebettet blieben. Unter anderem bei psychischen Erkrankungen könne dies Betroffene stabilisieren und allgemein sei so auch ein flexiblerer und früherer Wiedereinstieg in den Beruf möglich. Mehr zum Thema Vier-Stufen-Modell als Sparvorschlag: Kommission empfiehlt Teilkrankschreibung im Job Kostenkrise bei den Kassen: So soll die Krankenversicherung wieder bezahlbar werden Von Benjamin Bidder, Matthias Kaufmann, Christian Teevs und Martin U. Müller Gesundheitsreformer Gerlach: »Gutverdiener aus der gesetzlichen Krankenversicherung zu vertreiben, ist ein Risiko« Ein Interview von Benjamin Bidder und Martin U. Müller Sparmaßnahmen im Gesundheitssystem: Brauchen wir wirklich 93 gesetzliche Krankenkassen? Von Matthias Kaufmann kig/AFP Startseite Feedback




