Versenkt vor Norwegen: Das Gift aus dem deutschen U-Boot
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Versenkt vor Norwegen : Das Gift aus dem deutschen U-BootVon Julian Staib, Hamburg06.04.2026, 09:31Lesezeit: 5 Min.Bildbeschreibung ausklappenDas U-Boot 864, hier auf einer Illustration der norwegischen Küstenverwaltung, wurde 1945 vor der norwegischen Insel Fedje versenkt.Illustration NCASeit Jahren sucht Norwegen nach einer Lösung für ein U-Boot-Wrack voller Quecksilber aus dem Zweiten Weltkrieg. Jetzt wird eine Bergung geprüft. Anhören Merken TeilenVerschenkenDrucken Zur App „Die Leute hier haben Angst, die wissen alle, dass das Gift da draußen im Meer liegt“, sagt Stian Herøy. Er ist Bürgermeister der Gemeinde Fedje. Rund 530 Leute leben auf der gleichnamigen norwegischen Insel in der Nähe von Bergen. Die Regierung müsse das Quecksilber endlich beseitigen lassen, sagt Herøy. Schließlich könnte sich die Situation verschlimmern, wenn all die Behälter mit dem Gift irgendwann aufgingen.Rund 65 Tonnen Quecksilber und kriegswichtiges Gerät sollte das U-Boot 864 in den letzten Monaten des Zweiten Weltkriegs nach Japan bringen, als Unterstützung für den Verbündeten Nazideutschlands. Ein streng geheimes Vorhaben, „Operation Cäsar“ genannt. Und ein Himmelfahrtskommando. Im Februar 1945 wurde das U-Boot vor der norwegischen Küste von einem britischen Torpedo getroffen. Es sank sofort.Seitdem liegt das Boot in rund 150 Meter Tiefe, mitsamt den 73 Toten, den Torpedos und dem Gift. Vielfach wurden das Schiff und seine Umgebung am Meeresgrund untersucht. Man erwog, einen Betondeckel darüberzulegen oder es mit Sand und Geröll zu bedecken. Aber dann würde sich das Gift weiter ausbreiten. Nun wird eine Bergung geprüft.Das ruft die deutsche Kriegsgräberfürsorge auf den Plan, denn auf dem Boot befinden sich noch die Überreste der getöteten Wehrmachtssoldaten. Und die mögliche Bergung bewegt die Angehörigen jener, die dort am Atlantikgrund liegen.Auf gesunkenen Schiffen der Kriegsmarine befänden sich oft keine sichtbaren Überreste der Verstorbenen mehr, sagt Christian Lübcke. Er ist...




