Ungarn: Viktor Orbán verdächtigt Ukraine nach Sprengstoff an Gas-Pipeline
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Vorfall in Serbien Sprengstoff an Pipeline – Orbán lenkt Verdacht auf die Ukraine An einer für Ungarn wichtigen Gasleitung in Serbien wurden angeblich Rucksäcke voller Sprengstoff gefunden. Premier Viktor Orbán deutet nach Kyjiw. Seine Gegner vermuten hingegen eine fingierte Aktion. 06.04.2026, 01.17 Uhr Zur Merkliste hinzufügen Artikel anhören (4 Minuten) 4 Min X.com Facebook E-Mail Link kopieren Weitere Optionen zum Teilen X.com Facebook E-Mail Messenger WhatsApp Link kopieren Bild vergrößern Serbische Sicherheitskräfte in der Nähe des angeblichen Fundorts (am 5. April) Foto: Ministry Of Defence Republic Of Serbia / EPA aufklappen Automatisch erstellt mit KI. Mehr Informationen dazu hier. War die Zusammenfassung hilfreich? Danke für Ihr Feedback! positiv bewerten negativ bewerten Ist es ein schwerwiegendes Sicherheitsproblem – oder ein Wahlkampf-Stunt wenige Tage vor dem Urnengang? Nachdem Serbien den Fund von Sprengstoff an einer Gaspipeline nach Ungarn gemeldet hat, geht die Diskussion weiter, wie der Vorfall einzuordnen ist. Zuletzt richtete der ungarische Regierungschef Viktor Orbán den Verdacht auf die Ukraine. Er und sein Außenminister ließen nach einer Sondersitzung des nationalen Verteidigungsrats in Budapest durchblicken, dass sie die Ukraine verdächtigen, einen Sabotage-Akt an dieser Pipeline geplant zu haben. »Die Ukraine arbeitet seit Jahren daran, Europa von der Gasversorgung (aus Russland) abzuschneiden«, sagte Orbán in einer Videoansprache bei Facebook. Die ungarische Opposition hatte Orbán dagegen bereits zuvor Panikmache aus wahlkampftaktischen Gründen vorgeworfen. Bei der Parlamentswahl am kommenden Sonntag muss Orbán um die Macht zittern. Bereits seit Wochen habe er Signale bekommen, dass Aktionen »unter falscher Flagge« in diese Richtung geplant seien, schrieb der ungarische Oppositionsführer Péter Magyar bei Facebook. (Mehr zur Wahl in Ungarn lesen Sie hier.) Mehr zum Thema Wahlkampf in Ungarn: »Wir wollen den Alten ein letztes Mal live sehen« Aus Dunaújváros und Budapest berichten Walter Mayr und Jan Puhl Mehrfach habe man gehört, dass »zufällig« eine Woche vor der Wahl, etwa an Ostern, an dieser Pipeline etwas passieren werde. »Außerdem rufe ich Viktor Orbán dazu auf, (wenigstens während der Feiertage) mit der Panikmache und mit dem Stiften von Verwirrung aufzuhören, die russische Berater geplant haben«, schrieb Magyar weiter. Sollte Orbán den Vorfall für Wahlkampfpropaganda nutzen, käme dies einem Eingeständnis dafür gleich, dass dies eine Aktion »unter falscher Flagge« sei. Eine unabhängige Untersuchung der angeblichen Anschlagspläne ist bisher nicht möglich. Russisches Gas für UngarnNach Angaben des serbischen Präsidenten Aleksandar Vučić wurden an der Pipeline Balkan Stream nach Ungarn »Sprengstoff von verheerender Kraft« sowie die dazugehörigen Zündschnüre gefunden. Die beiden entdeckten Rucksäcke hätten »zwei große Pakete Sprengstoff mit Zündern« enthalten und seien von der Polizei und Armee »wenige Hundert Meter von der Gaspipeline entfernt« in der nordserbischen Stadt Kanjiza entdeckt worden, so Vučić. Mehr zum Thema Kurz vor Wahl in Ungarn: Offenbar Sprengstoff bei Pipeline gefunden – Orbán reagiert auf angebliche Anschlagspläne Kurz vor der Wahl: Europarat kritisiert »vergiftetes Klima« in Ungarn Bericht über abgehörtes Telefonat: Ungarns Außenminister soll Lawrow Gefälligkeiten versprochen haben Die Pipeline bringt russisches Erdgas von der Türkei über Bulgarien und Serbien nach Ungarn. Vučić und Orbán sprachen telefonisch über den Fall, wie beide bestätigten. Zu dem Fund sei es an einer Pumpstation nahe der ungarischen Grenze bei der serbischen Ortschaft Velebit gekommen, teilte Vučić mit. In Ungarn stehen am kommenden Wochenende Parlamentswahlen an. Der autokratisch regierende russlandfreundliche Ministerpräsident Orbán steht unter erheblichem Druck – nicht zuletzt wegen jüngster Enthüllungen des Investigativmediums Vsquare, wonach Ungarns Außenminister seinem russischen Amtskollegen Gefälligkeiten versprochen haben soll. Orbán droht der Machtverlust. Ein mutmaßlicher Anschlag auf die Energieversorgung könnte ihm in dieser Situation in die Karten spielen. Am 12. April wählt Ungarn und erstmals seit 16 Jahren droht Viktor Orbán eine Niederlange. Warum ihn viele Ungarn nicht mehr wollen – eine Reportage aus Dunaújváros und Budapest lesen Sie hier. jok/dpa Startseite Feedback


