Russlands Wirtschaft schwächelt laut Schwedens Militärgeheimdienstchef trotz steigender Ölpreise – Bericht der »Financial Times«
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Krieg, Sanktionen, Inflation Russische Wirtschaft schwächelt offenbar trotz steigender Ölpreise Russlands Staatshaushalt ist nach vier Jahren Angriffskrieg gegen die Ukraine schwer unter Druck. Laut Schwedens Militärgeheimdienstchef manipuliert Moskau gar Daten, um seine Wirtschaft besser dastehen zu lassen. 20.04.2026, 12.44 Uhr Zur Merkliste hinzufügen Artikel anhören (3 Minuten) 3 Min X.com Facebook E-Mail Link kopieren Weitere Optionen zum Teilen X.com Facebook E-Mail Messenger WhatsApp Link kopieren Bild vergrößern Moskaus Finanzzentrum Foto: Alexander Nemenov / AFP Russlands Wirtschaft steckt trotz der steigenden Ölpreise während des Kriegs im Nahen Osten in großen Schwierigkeiten. Das sagte der Chef des schwedischen Militärgeheimdiensts, Thomas Nilsson, der »Financial Times« . Demnach müssten die Preise für Urals – Russlands wichtigste Rohölsorte – ein Jahr lang über 100 Dollar pro Barrel bleiben, um das Haushaltsdefizit zu schließen – und deutlich länger, um die vielfältigen weiteren wirtschaftlichen Probleme zu bewältigen. Machthaber Wladimir Putin hatte zuletzt selbst einräumen müssen, dass Russlands Wirtschaft hinter den Erwartungen zurückbleibt. Zuvor hatte er die Wirtschaftsprobleme lange heruntergespielt. DER SPIEGEL 24.02.2026 Nilsson sagte der »FT« nun, Russlands Schwierigkeiten, den Ukrainekrieg zu finanzieren, würden schnell wieder steigen, sollten die Ölpreise wieder nachgeben. »Sie haben nach wie vor ein systemisches Problem«, so Nilsson. »Es ist kein nachhaltiges Wachstumsmodell, Material für den Krieg zu produzieren, das dann auf dem Schlachtfeld zerstört wird.« Außerhalb seiner Drohnenindustrie sei Russlands militärisch-industrieller Sektor verlustreich, von Korruption und Veruntreuung durchsetzt und von Krediten staatlicher Banken abhängig, begündete Nilsson seine Einschätzung. Nilsson: Zwei Szenarien – langfristiger Niedergang oder SchockZudem verfüge Schweden über Geheimdienstinformationen, nach denen Russland Daten systematisch manipuliere, um westliche Verbündete der Ukraine glauben zu machen, seine Wirtschaft habe den Belastungen durch die hohen Kriegsausgaben und die westlichen Sanktionen standgehalten. Russlands offizielle Daten zeichnen bereits ein alarmierendes Bild für den Kreml. Laut Nilsson ist die tatsächliche Lage aber noch gravierender, die russische Zentralbank spielt demnach die Inflation herunter. »Die russische Wirtschaft kann nur eines von zwei Szenarien durchlaufen«, so Nilsson. »Langfristigen Niedergang oder einen Schock. So oder so wird sie weiter in einer Abwärtsspirale in Richtung einer finanziellen Katastrophe gleiten.« Mehr zum Thema Russlands Krieg gegen die Ukraine: Kreml deutet abgeschwächtes Kriegsziel an Kriegswirtschaft des Kreml: Russland zieht Billionen Rubel ein – im Staatshaushalt kommen Milliarden an Eine Kolumne von Mikhail Zygar Russischer Machthaber: Putin drängt Oligarchen offenbar zu Spenden für angeschlagene Wirtschaft Europa könnte nach Überzeugung von Schwedens Außenministerin Maria Malmer Stenergard den Prozess noch beschleunigen. »Europa tut noch nicht alles, was es kann, um der russischen Wirtschaft zu schaden«, sagte Malmer Stenergard der »FT«. aeh Startseite Feedback





