Kubas schwerste Krise?: Diesel zapfen sie aus dem Linienbus
✨ AI Summary
🔊 جاري الاستماع
Kubas schwerste Krise? : Diesel zapfen sie aus dem LinienbusVon Manuel Schmidgall, Havanna24.05.2026, 21:45Lesezeit: 8 Min.Bildbeschreibung ausklappenZapfhähne, aber kein Benzin: Eine leere Tankstelle in HavannaAFPHeimische Misswirtschaft und amerikanische Blockade: Den Kubanern fehlt Strom, Treibstoff und Trinkwasser. Das Einzige, was funktioniert, sind Schattenwirtschaft und Kriminalität.Zusammenfassung Anhören Merken TeilenVerschenkenDrucken Zur App Morgens um acht werden in Santiago die frischesten Kräuter und Gemüse verkauft. Auch kleine Scheite sind gefragt, man kann schließlich nur noch mit Holz kochen. Eine Frau in rotem Puma-Shirt verkauft Hähnchen für den Eintopf und weiße Tauben für Santería-Rituale. Dabei streicht man sich die lebenden Vögel über den Körper, befreit sich so von schlechter Energie und tritt mit den Orishas, den afro-kubanisch-katholischen Heiligen, in Kontakt.Pedro läuft die Straßen auf und ab. Gestern hat er Plastikflaschen gesammelt. Vielleicht finden sich noch ein paar hier und da. „Die sind viel zu schade zum Wegwerfen!“, sagt er. Er hat große Eineinhalb-Liter-Flaschen gefunden. „Siehst du die Bauern da drüben? Die kommen aus dem Umland mit ihren Eselwägen und 30-Liter-Kübeln voll Milch. Wenn die Leute Milch kaufen wollen, müssen sie die Milch in etwas umfüllen.“ F.A.Z.-Artikel häufiger in Ihren Suchergebnissen sehen F.A.Z. bei Google bevorzugen Pro Flasche bekommt er 20 Pesos. Mit 50 Pesos kann er sich ein kleines Brötchen kaufen, das so weich ist, dass es sich nicht einmal mit Butter bestreichen lässt. Verschworen schaut er drein. „Die guten Flaschen ohne Dellen kann man an die Kioske weiterverkaufen.“ Die befüllen sie mit Wasser und verkaufen sie an die Italiener. Für solche Flaschen bekommt er 50 Pesos. „Die Italiener kapieren das eh nicht!“, sagt er.Die Italiener sitzen auf der Plaza de Marte im Zentrum von Santiago de Cuba. Dort harren sie den Winter über aus, bis Mai. Mit der kleinen Rente kommt man in Kuba deutlich besser über...




