Gubaidulinas Haus: Hier könnte auch künftig Musik entstehen
✨ AI Summary
🔊 جاري الاستماع
Gubaidulinas Haus : Hier könnte auch künftig Musik entstehenVon Jan Brachmann23.04.2026, 21:16Lesezeit: 3 Min.Bildbeschreibung ausklappenSofia Gubaidulina vor sechs Jahren in ihrem Haus in Appen an dem Steinway-Flügel, den ihr Mstislaw Rostropowitsch geschenkt hatte.Melina Mörsdorf/LaifDas Haus der verstorbenen Komponistin Sofia Gubaidulina in Appen bei Hamburg müsste verkauft werden, wenn niemand sich findet, der es als Ort der Kunst retten will. Anhören Merken TeilenVerschenkenDrucken Zur App Am 13. März des vergangenen Jahres ist die russische Komponistin Sofia Gubaidulina in ihrem Haus in Appen bei Hamburg mit 93 Jahren verstorben. Wenige Figuren der Gegenwartsmusik hatten einen so weiten Wirkungskreis wie sie. Ihr erstes, noch in der Sowjetunion entstandenes Violinkonzert „Offertorium“ war von Gidon Kremer uraufgeführt worden, ihr zweites, „In tempus praesens“, hob Anne-Sophie Mutter 2007 in Luzern aus der Taufe. Kurt Masur holte ihre Musik nach New York. Noch ihr Spätwerk, „Der Zorn Gottes“, zum Beethoven-Jahr 2020, bewies Mut, Wucht und Könnerschaft. In Dirigenten wie Andris Nelsons und Kirill Petrenko fand es prominente Anwälte. Mit ihrer ebenso streng konstruierten wie sprachgewaltigen Musik erreichte Gubaidulina ein Publikum jenseits enger Avantgardezirkel, ohne dabei bequem oder populistisch zu schreiben. Was soll nun aus ihrem Haus in Appen werden? Es ist Sinnbild ihres Schaffens: lärmabgewandt, stadtfern, umgeben von einer Natur, deren organisches Wachstum für die Komponistin Inspiration war. In ihrem Arbeitszimmer steht noch der Steinway-Flügel, den ihr der Cellist und Dirigent Mstislaw Rostropowitsch geschenkt hatte. Auch die große Sammlung an außereuropäischen Instrumenten, die im Verlauf des langen Lebens der Komponistin entstanden ist, kann bestaunt werden. Hinzu kommen die vielen selbstgebauten Instrumente, auf denen sie schon in sowjetischer Zeit in der Gruppe Astreja zusammen mit ihrem engen Freund Viktor Suslin experimentiert hatte. Ihre Biblio...



