Druschba: Wie eine Pipeline aus dem Kalten Krieg die EU spaltet
✨ AI Summary
🔊 جاري الاستماع
Druschba : Wie eine Pipeline aus dem Kalten Krieg die EU spaltet Gastbeitrag Von Kiran Klaus Patel und Matthias Kaltenbrunner21.04.2026, 20:33Lesezeit: 11 Min.Bildbeschreibung ausklappenÖl als Schmiermittel des Ostblocks: Röhrenwerk VTZ Chomutov in der damaligen TschechoslowakeiPicture AllianceEinst wurde sie als Symbol der Völkerverständigung gebaut: Die Druschba-Pipeline. Heute ist sie als Verbindungslinie zwischen Russland und der EU heiß umstritten.Zusammenfassung Anhören Merken TeilenVerschenkenDrucken Zur App Seit dem russischen Angriffskrieg auf die Ukraine sorgt eine Pipeline regelmäßig kurz für Schlagzeilen, um dann ebenso schnell wieder aus der Aufmerksamkeit zu verschwinden. Die Rede ist nicht von Gas, sondern von Öl, und nicht von North Stream 2, sondern ihrem deutlich älteren Schwesterprojekt: der Druschba-Pipeline.Als sie 1964 eröffnet wurde, war die Druschba die längste Erdölleitung der Welt. Sie verband die Förderregion um Almetjewsk in Tatarstan mit Schwedt in der DDR.Für den ostdeutschen Energiesektor hatte die Pipeline massive Konsequenzen: Hatte zum Beispiel in der DDR Rohöl zuvor nur 2,5 Prozent des Energiemix ausgemacht, so stieg dieser Anteil auf etwa 13 Prozent im Jahr 1970 und rund 20 Prozent 1980. Ähnlich entwickelten sich die Dinge anderswo. Dank der Druschba wurde Öl zum Schmiermittel des Ostblocks.Kein Diktat aus Moskau„Druschba“ ist Russisch und heißt Freundschaft. Die Druschba-Pipeline war kein Projekt der Sowjetunion, sondern des Rats für Gegenseitige Wirtschaftshilfe. Der RGW wurde 1949 als Wirtschaftsbündnis sozialistischer Staaten gegründet und stellte eine Reaktion auf den im Vorjahr von den USA initiierten Marshallplan dar. Als Antwort des Ostens stand der RGW für den Versuch, die wirtschaftlichen Kosten der zunehmenden Abschottung des Ostblocks vom Weltmarkt durch planwirtschaftliche Koordination zwischen den beteiligten Ländern abzufedern.Professor Dr. Kiran Klaus Patel ist Professor für Neuere und Neueste Geschichte an der Lud...




