Donald Trump macht Briefwahl in den USA per Dekret schwieriger
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Fragwürdige Anordnung US-Präsident macht Briefwahl per Dekret schwieriger Der US-Präsident beklagt sich immer wieder darüber, wie sehr bei der Abstimmung per Post angeblich betrogen werde. Belege gibt es nicht. Trotzdem verschärft Donald Trump nun die Regeln. Die Anwälte dürfte es freuen. 01.04.2026, 04.21 Uhr Zur Merkliste hinzufügen Artikel anhören (5 Minuten) 5 Min X.com Facebook E-Mail Link kopieren Weitere Optionen zum Teilen X.com Facebook E-Mail Messenger WhatsApp Link kopieren Bild vergrößern Donald Trump mir handschriftlichen Notizen (am 31. März) Foto: Aaron Schwartz / EPA aufklappen Automatisch erstellt mit KI. Mehr Informationen dazu hier. War die Zusammenfassung hilfreich? Danke für Ihr Feedback! positiv bewerten negativ bewerten Bei den wichtigen Zwischenwahlen zum US-Kongress im November droht den Republikanern ein Debakel. Und knapp fünf Monate vor der Abstimmung treibt US-Präsident Donald Trump die Beschränkung des Wahlrechts voran (mehr dazu hier ). Er unterzeichnete am Dienstag im Oval Office ein Dekret zur Erschwerung der Briefwahl. Dabei wiederholte er seine haltlose Behauptung, dass die in den USA beliebte Form der Stimmabgabe für Wahlbetrug verantwortlich sei. »Der Betrug bei der Briefwahl ist legendär«, sagte Trump, der bislang keinen Beweis für diese Behauptung erbracht hat. In Wahrheit gilt diese Form der Abstimmung als sehr sicher, Trump hatte zuletzt in seiner Wahlheimat Florida selbst per Post abgestimmt. Es war zunächst unklar, ob der US-Präsident über die rechtlichen Befugnisse für eine solche Maßnahme verfügt. Die Demokraten kündigten rechtliche Schritte an. »Wir werden klagen«, sagte der Wahlrechtsanwalt der Demokraten, Marc Elias. »Ich bluffe nicht und ich gewinne normalerweise.« Trump sagte dazu bei der Unterzeichnung: »Ich sehe nicht, wie das vor Gericht angefochten werden könnte.« Eine endgültige Entscheidung könnte letztlich dem Obersten Gerichtshof der USA überlassen bleiben. Die Regeln für Wahlen fallen in den USA eigentlich in die Zuständigkeit der Bundesstaaten. Schon deshalb dürfte die Regelung, anders als von Trump behauptet, durchaus anfechtbar sein. Die Unterzeichnung des Dekrets erfolgte, nachdem es Trumps Republikanern nicht gelungen war, eine von ihm gewollte Wahlreform zu verabschieden. Diese sah unter anderem vor, dass Wähler im ganzen Land bei der Stimmabgabe ein Ausweisdokument vorlegen müssten. Bürger sollten demnach außerdem einen Nachweis über ihre US-Staatsbürgerschaft vorlegen müssen, wenn sie sich als Wähler registrieren wollen. Im Februar hatte Trump gedroht, sollte der Kongress die von ihm gewollte Reform nicht per Gesetz beschließen, werde er sie per Dekret durchsetzen. Es gibt keine Beweise dafür, dass eine Briefwahl weniger sicher ist als eine Stimmabgabe vor Ort im Wahllokal. In zahlreichen Staaten wie Deutschland, Großbritannien und Kanada ist sie Standard. Die Möglichkeit für eine Briefwahl ermöglicht nach Einschätzung von Demokratie-Organisationen Millionen Menschen in den USA die Stimmabgabe, weil sie etwa wegen einer Behinderung ihr Haus nicht verlassen können. Und ein beträchtlicher Teil dieser Wählerschaft ist den Republikanern zugeneigt oder zählt zu den von beiden Parteien umworbenen Wechselwählern. Immer wieder spricht Trump von angeblichem WahlbetrugTrump hatte seine Niederlage bei der Präsidentschaftswahl 2020 gegen Joe Biden nicht akzeptiert, die Falschbehauptung vom Wahlbetrug verbreitet und Chaos gestiftet, das am 6. Januar 2021 in der gewaltsamen Erstürmung des Kapitols durch seine Anhänger gipfelte. Er stellte insbesondere die Briefwahl als Mittel zum Wahlbetrug dar. Vor der Präsidentschaftswahl im November 2024 hatte Trump eine Kehrtwende vollzogen und seine Anhänger aufgerufen, auch diese Möglichkeit zu nutzen. Mehr zum Thema Sonderabstimmung in Florida: Demokratin erobert Wahlkreis, in dem Trumps Mar-a-Lago liegt Amerikas Demokratie in Gefahr: So beschädigt Trump das US-Wahlsystem Von Claus Hecking, Boston US-Politik: Ein Jahr Trump II – die Bilanz Eine Analyse von Mathieu von Rohr Im März des vergangenen Jahres hatte der US-Präsident bereits ein Dekret unterzeichnet, das die Briefwahl einschränkt. Es untersagt den Bundesstaaten unter anderem, nach dem Wahltag eingehende Briefwahlstimmen zu zählen. Eine Entscheidung des Obersten Gerichtshofs zur Rechtmäßigkeit dieses Dekrets wird bis Ende Juni erwartet. Im November finden die Zwischenwahlen zum US-Kongress statt, die als bisher wichtigster Stimmungstest für Trump in seiner zweiten Amtszeit gelten. Dabei müssen die Republikaner um ihre knappe Mehrheit im Repräsentantenhaus bangen. Aber auch ihre Mehrheit im Senat könnte auf dem Spiel stehen. Sollten die Demokraten eine der beiden Kammern oder gar beide erobern, würde dies Trumps Handlungsspielraum deutlich einschränken. Die Umfragewerte sowohl für Trump als auch für seine Partei waren zuletzt äußerst schwach, nicht wenige Experten erwarten im Herbst einen Erdrutschsieg für die Demokraten. jok/AFP Startseite Feedback



