Brief aus dem Krieg: In Teheran ist die Nähe des Todes zu spüren
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Brief aus dem Krieg : In Teheran ist die Nähe des Todes zu spürenVon Nona06.05.2026, 07:24Lesezeit: 3 Min.Bildbeschreibung ausklappenStadtbild in Teheran: Die Umrisse der Straße von Hormus und US-Präsident Donald Trump mit zugenähten Lippen auf einem PlakatdpaUnsere Autorin hat beschlossen, ihren vorläufigen Umzug in die Türkei zu verschieben. Weil sie trotz des Krieges und der Ungewissheit in Teheran doch nachts ruhiger schläft? Anhören Merken TeilenVerschenkenDrucken Zur App Azizam, mein Lieber, hier ist der Frühling auf seinem Höhepunkt. Die Stimmen der Schwalben füllen die Luft. Ich bin von einer seltsamen Frühjahrsmüdigkeit erfasst, einer schläfrigen Schwere. Morgens kommt meine Freundin M. herüber, um mich zu wecken. Ich schlafe bis zehn Uhr, und ich könnte noch weiterschlafen.Heute früh ist M. durch einen Anruf ihres Mannes aus den USA aufgewacht. Danach ist sie zu mir gekommen, damit wir zusammen Kaffee trinken. Sie setzte sich an den kleinen runden Tisch am Fenster und sagte: „Na, wie verbringt ihr eure Zeit, wenn der Mond im Skorpion steht?“ Meine Mitbewohnerin Sch. hatte sich aus Versehen mit dem Feuerzeug die Haarspitzen angesengt. Ich selbst hatte nichts Besonderes gemacht. M. sagte: „Mein Mann hat mir heute Morgen erzählt, dass er gestern Nacht mit jemandem im Hotel war und mit ihr geschlafen hat.“Illustration von Mehrdad ZaeriMehrdad ZaeriSch. und ich sahen sie überrascht an. Wir wussten nicht, wie wir reagieren sollten. M. und ihr Mann führen eine offene Ehe. Ich fragte: „Was fühlst du?“ Sie sagte: „Nichts.“ Dann beschlossen wir, in den Park zu gehen. Wir legten uns ins Gras, tranken Cola, aßen „Salat Olivier“ und schauten in den Himmel. Sch. hat im Moment keine Arbeit. Ich sage M, sie solle sich erst einmal ausruhen. M. sagt: „Ich hätte nicht gedacht, dass das Regime nach der Erledigung Khameneis und anderer wichtiger Figuren immer noch steht.“ Dann fragt sie: „Wer sind diese Leute eigentlich genau?“ Ich sage: „Anscheinend die Revolutionsgarde.“ Ich...





