Aufsteiger mit Intelligenz: Ein Handicap, das stark macht
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Aufsteiger mit Intelligenz : Ein Handicap, das stark macht Ein Kommentar von Joachim Müller-Jung25.04.2026, 12:04Lesezeit: 2 Min.Bildbeschreibung ausklappenXimena NelsonBruce, ein Bergpapagei, verlor früh seinen Schnabel. Und ließ sich doch nicht aus der Bahn werfen. Was sich aus der Karriere des Alphatiers lernen läßt. Anhören Merken TeilenVerschenkenDrucken Zur App Das Schicksal wird schon seine Gründe haben. Dieser nicht immer leicht zu ertragende Sinnspruch führt uns gelegentlich in die tiefsten Rückzugsgebiete der Glückseligkeit. Nehmen wir das endlos scheinende Drama um einen Wal. Wie konnte ein Tier mit der Intelligenz, die manchem an Land gewiss gut anstünde, es nicht schaffen, den rettenden Weg aufs offene Meer zu finden?An der Intelligenz des Tieres muss es allerdings gar nicht gelegen haben. An was es den Klugen viel öfter fehlt in schierer Not, ist die Zeit, sein Schicksal rechtzeitig in die richtigen Bahnen zu lenken. Ein bemerkenswertes Beispiel dafür liefert Bruce, der Bergpapagei aus dem Willowbank-Wildlife-Reservat in Neuseeland. Früh hatte der Kea, wie er in seiner Heimat heißt, seinen mächtigen, hakenförmigen Oberschnabel verloren.Derart amputiert, mit offener Zunge und Schnabelstumpf, so meinten die Parkwächter, sollte er nicht lange überleben. Der Schnabel ist die Hand, das Gebiss und die Lanze des Keas. Abgesehen von der geradezu einschüchternden Pfiffigkeit, mit der viele Keas schon den Zorn vieler Neuseeländer auf sich zogen, weil sie damit die Dichtgummis von Autofenstern entfernten, Reißverschlüsse von Zelten öffneten oder die rotweißen Hütchen auf den Straßen umdrehten, ist der Schnabel ein geniales Werkzeug für jeden Schabernack und eine extrem effektive Waffe. Bruce hatte es trotz seines brutalen Handicaps in ein paar Jahren zu einiger Berühmtheit gebracht, wie in „Current Biology“ nachzulesen ist.Mehr zum Thema Viel Wal-Drama in Deutschland - anderswo nicht





